Fesselträgerschaden Pferd

Fesselträgerschaden Pferd

February 12, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung  

Ein Fesselträgerschaden beim Pferd ist eine der häufigsten Sehnen- und Bandverletzungen und kann schwerwiegende Folgen haben. Viele Pferdebesitzer stehen dann vor der Frage: Kann mein Pferd wieder geritten werden? Wie lange dauert die Heilung? Kann ich chronischen Fesselträgerschäden vorbeugen? Dieser Ratgeber informiert über Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung.  

Was ist ein Fesselträgerschaden beim Pferd?  

Der Fesselträger ist ein wichtiges Band im Pferdebein, das von hinten am Röhrbein entlang verläuft und die Fessel stützt. Er trägt zur Federung der Gliedmaßen bei und verhindert eine Überstreckung des Fesselgelenks. Ein Fesselträgerschaden ist eine Verletzung oder Entzündung dieses Bandes, die durch Überlastung, Fehlbelastung oder Trauma entstehen kann.  

Der Schaden kann vorne an den Vorderbeinen oder hinten an den Hinterbeinen auftreten. Besonders häufig betroffen sind Spring-, Dressur- und Rennpferde, aber auch Freizeitpferde können darunter leiden. 

Ursachen - Wie entsteht ein Fesselträgerschaden?  

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem Fesselträgerschaden beim Pferd führen können:  

  • Überlastung: zu intensives Training, vor allem auf hartem oder unebenem Boden  
  • Falsche Hufstellung: Fehlstellungen oder unpassender Beschlag erhöhen das Risiko. 
  • Schlechte Bodenverhältnisse: Rutschige, zu tiefe oder zu harte Böden belasten den Fesselträger.  
  • Unzureichendes Aufwärmen: Fehlende Vorbereitung der Sehnen auf die Belastung
  • Falsche Fütterung: Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann die Sehnen- und Bänderstruktur schwächen.  
  • Altersbedingter Verschleiß: Bei älteren Pferden kann der Fesselträger degenerative Veränderungen aufweisen.  

Symptome - Wie erkenne ich einen Fesselträgerschaden beim Pferd? 

Ein Fesselträgerschaden beim Pferd kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich auftreten. Die Symptome hängen davon ab, ob es sich um eine akute Verletzung oder einen chronischen Schaden handelt. Wichtig ist, dass man sein Pferd genau beobachtet, denn je früher man die ersten Anzeichen erkennt, desto besser sind die Heilungschancen.  

Akuter Fesselträgerschaden - plötzlich auftretende Symptome

Ein akuter Fesselträgerschaden entsteht meist durch Überlastung oder Trauma, z.B. durch Ausrutschen auf der Weide oder durch ruckartige Bewegungen beim Training. Typische Symptome sind:

  • Plötzliche Lahmheit - das Pferd tritt nicht mehr gleichmäßig, vermeidet das belastete Bein oder zeigt eine deutliche Taktunreinheit.  
  • Schwellung im Bereich des Fesselträgers - Meist ist eine Verdickung an der Innenseite oder Rückseite des Röhrbeins tastbar.  
  • Erhöhte Wärme - Die betroffene Stelle fühlt sich wärmer an als das umgebende Gewebe, was auf eine Entzündung hinweist.  
  • Schmerzempfindlichkeit - Das Pferd reagiert empfindlich auf Druck an der betroffenen Stelle.  
  • Steifheit und Bewegungsunlust - Besonders nach Ruhephasen läuft das Pferd „unrund“ oder steif.  
  • Verändertes Gangbild - Je nach Schweregrad ist der Schritt verkürzt oder das Pferd zeigt eine Schonhaltung.  

Ein akuter Fesselträgerschaden kann auch mit einem plötzlichen Einknicken des Fesselgelenks einhergehen, da der geschädigte Fesselträger das Gelenk nicht mehr stabilisiert.  

Chronischer Fesselträgerschaden - schleichende Entwicklung und anhaltende Beschwerden

Ein chronischer Fesselträgerschaden entwickelt sich über Wochen oder Monate. Er entsteht meist durch eine anhaltende Fehlbelastung oder eine unzureichend ausgeheilte Vorverletzung. Die Symptome sind oft subtiler als bei einer akuten Verletzung: 

  • Wiederkehrende oder dauerhafte Lahmheit - Das Pferd lahmt immer wieder, vor allem nach Belastung.  
  • Harte Verdickung am Fesselträger - Bei länger bestehenden Schäden kann sich Narbengewebe bilden, das als feste, unelastische Verdickung tastbar ist.  
  • Muskelverspannungen - Durch die Schonhaltung können sich Verspannungen in Schulter, Rücken oder Kruppe entwickeln.  
  • Unwilligkeit beim Reiten - Das Pferd weicht den Hilfen aus, zeigt Widersetzlichkeit oder will sich nicht mehr biegen lassen.  
  • Schwierigkeiten im Gelände oder auf der Weide - Manche Pferde haben Schwierigkeiten, sich auf unebenem Boden sicher zu bewegen oder stolpern häufiger. 
  • Veränderte Belastung der Beine - Das Pferd entlastet das betroffene Bein mehr, was zu einer asymmetrischen Muskulatur führen kann.  

Pferde mit chronischen Fesselträgerschäden sind oft nicht mehr voll belastbar. In manchen Fällen kann die Erkrankung dazu führen, dass das Pferd nicht mehr reitbar ist oder unter dauerhaften Schmerzen leidet.  

Wann sollte der Tierarzt hinzugezogen werden?  

Je früher ein Fesselträgerschaden erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bei einem oder mehreren dieser Symptome sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden: 

  • Plötzliche oder anhaltende Lahmheit - insbesondere, wenn sich das Gangbild innerhalb kurzer Zeit verschlechtert.  
  • Schwellung, Wärme oder Druckempfindlichkeit im Fesselbereich - auch ohne offensichtliche Lahmheit kann eine Entzündung vorliegen.  
  • Unklare Taktfehler oder Unregelmäßigkeiten im Bewegungsablauf - besonders im Trab und Galopp.  
  • Anhaltende Steifheit oder Unwilligkeit beim Reiten - oft ein Zeichen für chronische Probleme.  

Fesselträgerschäden beim Pferd können mit anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Sehnenzerrungen, Hufrolle oder Spat verwechselt werden. Eine genaue Diagnose durch den Tierarzt ist daher unerlässlich.  

Hast du eines dieser Anzeichen bei deinem Pferd bemerkt? Dann solltest du schnell handeln, um schlimmere Schäden zu vermeiden. 

Diagnose - Wie stellt der Tierarzt einen Fesselträgerschaden fest?

Um eine genaue Diagnose zu stellen, führt der Tierarzt verschiedene Untersuchungen durch:  

  • Beugeprobe & Lahmheitsuntersuchung - um festzustellen, wie stark die Lahmheit ausgeprägt ist  
  • Ultraschall - um Entzündungen, Zerrungen oder Risse im Fesselträger sichtbar zu machen  
  • Röngtenbilder - um knöcherne Veränderungen auszuschließen  
  • Magnetresonanztomographie (MRT) - in schwierigen Fällen zur genaueren Diagnose  

Je nach Befund entscheidet der Tierarzt, welche Behandlung notwendig ist.  

Behandlung - Was tun bei einem Fesselträgerschaden?  

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des Schadens. In den meisten Fällen ist eine längere Ruhephase notwendig, damit sich der Fesselträger regenerieren kann. 

Akutphase (erste Wochen)  

  • Boxenruhe - Pferd darf sich nicht übermäßig bewegen  
  • Kühlen & Entzündungshemmer - helfen gegen Schwellung und Schmerz  
  • Tierärztliche Kontrolle - Ultraschall zur Überwachung des Heilungsverlaufs  

Aufbauphase  

  • Schrittlaufen an der Hand oder auf hartem Boden  
  • Physiotherapie & kontrolliertes Training  
  • Blutegeltherapie & Stoßwellentherapie - können die Heilung unterstützen  

Langfristige Regeneration  

  • Bewegung auf der Weide - aber erst nach tierärztlicher Freigabe  
  • Schonende Wiederbelastung - langsamer Aufbau mit Bodenarbeit  

In schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Manche Pferde mit chronischen Fesselträgerschäden bleiben unreitbar oder müssen bei anhaltenden Schmerzen eingeschläfert werden. 

Vorbeugung - Wie kann ich einen Fesselträgerschaden vermeiden?  

Einem Fesselträgerschaden kann man vorbeugen, indem man sein Pferd richtig trainiert, seine Haltung optimiert und es gezielt füttert.  

Richtiges Training & Management  

  • Aufwärmen vor dem Training  
  • Vermeidung von harten oder tiefen Böden  
  • Regelmäßige Hufkorrektur & angepasster Beschlag  
  • Kein Übertraining, Pausen einplanen  

Fütterung & Ergänzungsfuttermittel für gesunde Sehnen

Die richtige Ernährung ist entscheidend für die Stärkung des Fesselbeins. Sehnen bestehen zum größten Teil aus Kollagen, daher sind bestimmte Nährstoffe besonders wichtig:  

  • Vitamin C & E - unterstützen die Kollagenbildung  
  • Omega-3-Fettsäuren - wirken entzündungshemmend  
  • Glycosaminoglykane (GAGs) - aus der Grünlippmuschel, unterstützen Sehnen und Bänder  
  • MSM (Methylsulfonylmethan) - fördert die Regeneration  
  • Silizium (aus Kieselerde oder Bambusextrakt) - wichtig für die Elastizität der Sehnen  

Spezielle Ergänzungsfuttermittel für Sehnen und Bänder können helfen, Fesselträgerschäden vorzubeugen.  

Fazit: Geduld ist der Schlüssel zur Heilung  

Ein Fesselträgerschaden beim Pferd erfordert eine lange Heilungszeit und eine sorgfältige Rehabilitation. Mit der richtigen Behandlung, Fütterung und vorbeugenden Maßnahmen kannst du das Risiko minimieren. Achte auf erste Symptome und lass dein Pferd bei Verdacht immer vom Tierarzt untersuchen.  

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