Alles, was du wissen musst
Würmer sind ein ständiges Thema in der Pferdehaltung. Ein Wurmbefall kann die Gesundheit deines Pferdes stark beeinträchtigen und sogar zu schweren Erkrankungen führen. Doch wie oft sollte ein Pferd entwurmt werden? Welche Methoden gibt es? Und wie kann man durch gezielte Fütterung einem Wurmbefall vorbeugen? In diesem Ratgeber erfährst du alles über strategische und selektive Entwurmung, natürliche Alternativen und die richtige Fütterung für ein wurmfreies Pferd.
Warum ist die Entwurmung von Pferden so wichtig?
Würmer sind Parasiten, die sich im Darm des Pferdes ansiedeln und Nährstoffe entziehen. Ein starker Wurmbefall kann zu Symptomen wie Gewichtsverlust, Koliken, Durchfall oder struppigem Fell führen. Besonders betroffen sind Fohlen und ältere Pferde mit geschwächtem Immunsystem.
Die häufigsten Wurmarten sind:
- Strongyliden (Blutwürmer) - können Thrombosen und Koliken verursachen.
- Spulwürmer - vor allem für Fohlen gefährlich, da sie die Darmwand schädigen.
- Bandwürmer - verursachen Verdauungsstörungen und Koliken.
Um dein Pferd gesund zu halten, ist eine gezielte Entwurmung unerlässlich. Aber welche Methode ist die beste?
Selektive oder strategische Entwurmung - was ist besser?
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Entwurmung von Pferden:
1. Strategische Entwurmung
Hier wird das gesamte Pferd im Stall oder auf der Weide in festgelegten Abständen mit einer Wurmkur behandelt. Traditionell wird viermal im Jahr entwurmt - im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.
Nachteil: Bei dieser Methode können die Würmer Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickeln, da auch nicht befallene Pferde behandelt werden.
2. Selektive Entwurmung
Bei der selektiven Methode wird nicht pauschal entwurmt. Stattdessen werden regelmäßig Kotproben untersucht. Nur Pferde mit starkem Wurmbefall werden entwurmt.
Vorteil: Es werden weniger Medikamente eingesetzt, was Resistenzen vorbeugt.
Manche Tierärzte empfehlen zusätzlich ein Blutbild, um festzustellen, ob eine Behandlung notwendig ist.
Wie häufig sollte ein Pferd entwurmt werden?
- Bei der strategischen Methode: 4-mal pro Jahr
- Bei der selektiven Methode: nach Bedarf anhand von Kotproben
ESCCAP (eine Organisation für Parasitenkontrolle) empfiehlt, regelmäßig Kotproben zu untersuchen, um unnötige Entwurmungen zu vermeiden.
Wie wird eine Wurmkur richtig verabreicht?
Die meisten Wurmkuren werden als Paste oder Gel direkt ins Maul gegeben. Hier einige Tipps:
- Pferd richtig fixieren - Manche Pferde mögen die Paste nicht, also halte den Kopf leicht nach oben.
- Dosierung beachten - Die Menge hängt vom Gewicht des Pferdes ab.
- Nachverfolgen - Notiere, wann dein Pferd das letzte Mal entwurmt wurde.
Manche Pferde lassen sich nicht so leicht entwurmen. In diesem Fall kann dir dein Tierarzt helfen.
Vorbeugung eines Wurmbefalls durch die Fütterung
Mit einer gezielten Fütterung kann man sein Pferd dabei unterstützen, sich gegen Würmer zu wehren und das Risiko eines starken Befalls zu minimieren. Neben einer regelmäßigen Entwurmung und einer guten Weidehygiene spielt die Wahl des richtigen Futters eine entscheidende Rolle.
1. Grundfutter: Hochwertiges Heu als Basis
Heu ist die Hauptnahrungsquelle deines Pferdes - und auch hier kannst du schon viel für die Wurmprophylaxe tun.
Achte darauf, dass dein Pferd staubfreies, sauberes und qualitativ hochwertiges Heu bekommt.
Verunreinigtes oder verschimmeltes Heu kann das Immunsystem schwächen und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen, wodurch Parasiten eine leichtere Angriffsfläche geboten wird.
2. Kräuter als natürliche Unterstützung gegen Würmer
Bestimmte Kräuter können helfen, das Darmmilieu für Würmer unangenehm zu machen und so die natürliche Wurmbekämpfung zu unterstützen. Dazu gehören:
- Thymian - wirkt antibakteriell und unterstützt die Verdauung.
- Wermut - fördert die Darmgesundheit und wird traditionell gegen Parasiten eingesetzt.
- Knoblauch - soll das Blut für Parasiten unattraktiv machen. (Achtung: Nicht in großen Mengen füttern, da es giftig wirken kann!)
- Kürbiskerne - enthalten Cucurbitacin, das eine wurmhemmende Wirkung haben kann.
- Karotten - die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wirken verdauungsfördernd und können das Ausscheiden von Wurmlarven unterstützen.
Du kannst diese Kräuter in getrockneter Form als Kur füttern oder fertige Kräutermischungen verwenden, die speziell auf die Darmgesundheit deines Pferdes zusammengestellt sind.
3. Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Darmgesundheit
Neben Kräutern gibt es weitere natürliche Zusätze, die die Darmflora stärken und das Risiko eines Wurmbefalls verringern können:
- Diatomeenerde (Kieselgur) - soll eine wurmfeindliche Umgebung im Darm schaffen und kann als Pulver dem Futter beigemischt werden.
- Effektive Mikroorganismen (EMs) - helfen, die Darmflora im Gleichgewicht zu halten, so dass sich Parasiten schlechter ansiedeln können.
- Leinsamen und Flohsamenschalen - fördern eine gesunde Darmtätigkeit und unterstützen die Ausscheidung von Parasiten.
4. Fütterungsmanagement zur Wurmprophylaxe
Neben der Wahl des richtigen Futters sind einige grundsätzliche Maßnahmen zu beachten:
- Futtertröge und Tränken sauber halten - Kotreste oder Futterrückstände können Wurmlarven enthalten.
- Heu und Futter nicht direkt vom Boden füttern - Besonders auf sandigen oder verschmutzten Böden kann dein Pferd Wurmeier leichter aufnehmen.
- Pferde nicht zu dicht beieinander füttern - das vermindert die gegenseitige Ansteckung.
- Kot auf der Weide regelmäßig absammeln - So verhinderst du, dass sich Wurmlarven im Gras ausbreiten.
Gesunde Ernährung für ein wurmfreies Pferd Eine gezielte Fütterung und ein gutes Management können den Wurmbefall beim Pferd deutlich reduzieren. Natürlich ersetzt eine angepasste Fütterung keine tierärztliche Entwurmung, aber sie trägt dazu bei, das Immunsystem und die Darmflora des Pferdes zu stärken. Mit hochwertigem Heu, wurmhemmenden Kräutern und der richtigen Hygiene sorgst du für die bestmögliche Vorbeugung.
Fazit
Eine Entwurmung des Pferdes ist unerlässlich, um Parasitenbefall und gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Ob du eine selektive oder strategische Entwurmung bevorzugst, hängt von deinem Pferd und dem Stallmanagement ab.
- Kotproben untersuchen lassen - so entwurmt man nur, wenn es nötig ist.
- Fohlen und ältere Pferde regelmäßig entwurmen - sie sind anfälliger.
- Fütterung optimieren - Hochwertiges Futter und gezielte Kräuter unterstützen den Darm.
Mit einer durchdachten Entwurmungsstrategie bleibt dein Pferd gesund - und du vermeidest unnötige chemische Belastungen.
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