Headshaking Pferd

Headshaking Pferd

March 17, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung 

Headshaking beim Pferd ist ein ernst zu nehmendes Problem, das nicht nur für das Pferd belastend ist, sondern auch für den Reiter zur Herausforderung werden kann. Dabei schüttelt das Pferd unkontrolliert den Kopf, schlägt mit der Nase oder reibt sich auffällig an Gegenständen. Doch was steckt hinter diesem Verhalten? In diesem Ratgeber erfährst du alles über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Headshaking beim Pferd - mit besonderem Fokus auf die Fütterung und sinnvolle Ergänzungsfuttermittel. 

Was ist Headshaking beim Pferd?  

Headshaking ist eine neurologische Störung, die sich durch plötzliches und häufiges Kopfschütteln äußert. Dieses unkontrollierte Verhalten tritt häufig während des Reitens auf, kann aber auch in Ruhephasen beobachtet werden. Manche Pferde schlagen regelrecht mit der Nase, als wollten sie eine Fliege verscheuchen, andere reiben sich vermehrt am Bein oder an Gegenständen.  

In schweren Fällen kann das Headshaking so ausgeprägt sein, dass das Reiten unmöglich wird und die Lebensqualität des Pferdes massiv leidet. In seltenen, besonders schweren Fällen stellt sich die Frage, ob das Einschläfern des Pferdes eine humane Option sein könnte. 

Ursachen für Headshaking beim Pferd 

Die genauen Ursachen für Headshaking beim Pferd sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu diagnostizieren.  

Die häufigsten Auslöser sind:  

1. Nervenirritation (Trigeminusneuralgie) 

Eine der häufigsten Ursachen ist eine Überempfindlichkeit des Trigeminusnervs, der für die Wahrnehmung im Gesicht verantwortlich ist. Diese Nervenstörung führt zu unkontrollierten Schmerzsignalen, die das Pferd dazu veranlassen, den Kopf zu schütteln oder sich zu reiben.  

2. Allergien und Reizstoffe  

Pollen, Staub, Schimmelpilze oder bestimmte Futterbestandteile können allergische Reaktionen auslösen, die zu Juckreiz und Unwohlsein führen. Vor allem im Frühjahr und Sommer tritt deshalb vermehrt Headshaking auf.  

3. UV-Lichtempfindlichkeit  

Manche Pferde reagieren besonders empfindlich auf Sonnenlicht. Diese Pferde profitieren oft von einer speziellen UV-Maske, die die Reizung reduziert. 

4. Zahnprobleme oder Entzündungen im Kopfbereich  

Probleme mit den Zähnen, der Nasennebenhöhle oder den Ohren können Schmerzen verursachen, die das Pferd durch Kopfschütteln zu lindern versucht.  

5. Stress und psychische Belastung  

Manche Pferde zeigen Headshaking als Reaktion auf Stress, insbesondere wenn sie unausgeglichen oder überfordert sind.  

6. Mangel an bestimmten Nährstoffen  

Auch Nährstoffmangel kann eine Rolle spielen. Vor allem Magnesium- und Vitamin-B-Mangel stehen im Verdacht, das Nervensystem negativ zu beeinflussen und Headshaking zu begünstigen. 

Symptome: Wie erkennt man Headshaking beim Pferd?

Headshaking beim Pferd äußert sich durch verschiedene Symptome, die je nach Ursache und Schweregrad unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Manche Pferde zeigen nur gelegentlich ein leichtes Kopfschütteln, während andere so stark betroffen sind, dass sie kaum noch geritten werden können oder sogar in der Box auffällig werden.  

Hier sind die häufigsten Anzeichen, auf die man achten sollte:  

1. Unkontrolliertes Kopfschütteln und Kopfwippen  

Das auffälligste Symptom ist das unkontrollierte Schütteln oder Wippen des Kopfes. Manche Pferde nicken ruckartig mit dem Kopf nach unten, andere werfen ihn plötzlich nach oben oder schlagen heftig mit der Nase. Dieses Verhalten tritt besonders häufig beim Reiten auf, kann aber auch in Ruhephasen beobachtet werden.  

2. Schlagen mit der Nase und Scheuern des Kopfes  

Viele betroffene Pferde versuchen, sich durch Schlagen oder Scheuern des Kopfes Linderung zu verschaffen. Sie schlagen mit der Nase gegen den eigenen Körper, gegen die Boxenwand oder gegen Zäune. Manche Pferde reiben die Nüstern heftig an den Vorderbeinen oder wischen den Kopf an Gegenständen ab. 

3. Überempfindlichkeit im Gesicht und an den Ohren  

Headshaking-Pferde zeigen häufig eine extreme Überempfindlichkeit im Gesichtsbereich. Sie reagieren schreckhaft auf Berührungen an der Nase, den Ohren oder um die Augen. Manche Pferde ziehen sich zurück, wenn sie am Kopf gestreichelt werden, oder weichen hektisch aus. 

4. Häufiges Nüsternflattern und Schnauben  

Ein weiteres typisches Anzeichen ist das ständige Zucken der Nüstern, auch „Nüsternflattern“ genannt. Dabei ziehen die Pferde die Nüstern unkontrolliert immer wieder zusammen und entspannen sie wieder. Viele betroffene Pferde schnauben auch überdurchschnittlich oft oder blasen kräftig Luft aus, als wollten sie eine Fliege vertreiben.  

5. Augensymptome: Blinzeln, Zusammenkneifen oder Tränenfluss  

Einige Pferde kneifen häufig die Augen zusammen oder blinzeln übermäßig. In einigen Fällen tränen die Augen stark oder sind gerötet. Dies kann ein Anzeichen für eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht sein, was besonders bei Pferden mit einer sogenannten photischen Überempfindlichkeit vorkommt.  

6. Reaktionen auf Licht oder Wind  

Einige Headshaking-Pferde zeigen verstärkte Symptome an sonnigen Tagen oder bei windigem Wetter. Sie reagieren empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung oder Luftzüge, die über ihr Gesicht streichen. In solchen Fällen kann eine UV-Maske helfen, da sie die Reizüberflutung durch Licht oder Wind reduziert. 

7. Auffälliges Verhalten beim Reiten

Beim Reiten kann Headshaking besonders auffällig sein.  

Typische Probleme sind: 

  • Plötzliches Schlagen oder Schütteln des Kopfes während der Arbeit  
  • Ruckartige Bewegungen des Kopfes, die ein konstantes Anlehnen unmöglich machen 
  • Unruhe oder Nervosität unter dem Sattel 
  • Verweigerung der Zügelannahme oder heftiges Gegen-die-Hand-Gehen  
  • Gelegentlich sogar Bocken oder plötzliche Fluchtreaktionen  

8. Verhaltensänderungen und Stressanzeichen  

Da Headshaking häufig mit Schmerzen oder Unwohlsein verbunden ist, zeigen viele betroffene Pferde auch allgemeine Stresssymptome:  

  • Unruhe und Nervosität  
  • vermehrtes Gähnen oder Zähneknirschen  
  • verändertes Fressverhalten  
  • Rückzug von Artgenossen oder Berührungsempfindlichkeit am ganzen Körper  

9. Saisonale Abhängigkeit der Symptome  

Einige Pferde zeigen Headshaking vor allem zu bestimmten Jahreszeiten, insbesondere im Frühjahr und Sommer. Dies deutet darauf hin, dass Pollen oder UV-Licht als Auslöser eine Rolle spielen könnten. In anderen Fällen tritt Headshaking nur in bestimmten Situationen auf, zum Beispiel nur beim Reiten oder nur in der Box.  

Wann sollte der Tierarzt gerufen werden?  

Nicht jedes Kopfschütteln ist gleich ein Fall von Headshaking. Manchmal steckt nur eine lästige Fliege, eine ungewohnte Trense oder eine kleine Reizung dahinter. Wenn dein Pferd jedoch regelmäßig oder plötzlich ungewöhnlich stark den Kopf schüttelt, sich vermehrt am Kopf reibt oder beim Reiten unruhig wird, solltest du unbedingt einen Tierarzt hinzuziehen. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, die bestmögliche Therapie zu finden und das Leiden deines Pferdes zu lindern. 

Behandlungsmöglichkeiten: Wie kann Headshaking beim Pferd behandelt werden?  

Da die Ursachen so vielfältig sind, gibt es keine universelle Therapie. Vielmehr muss die Behandlung individuell angepasst werden.  

1. Tierärztliche Diagnose  

Eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt ist unerlässlich. Dabei können Zahnprobleme, Entzündungen oder neurologische Ursachen abgeklärt werden. Häufig wird eine so genannte „Lidocainprobe“ durchgeführt: Dabei wird der betroffene Nerv vorübergehend betäubt - hört das Kopfschütteln auf, ist eine Nervenreizung als Ursache wahrscheinlich.  

2. UV-Maske für empfindliche Pferde  

Wird das Headshaking durch Sonnenlicht ausgelöst, kann eine spezielle UV-Maske helfen. Sie reduziert die Lichteinstrahlung auf die Augen und lindert die Reizung.  

3. Stressmanagement  

Da Stress ein verstärkender Faktor sein kann, ist eine entspannte Umgebung wichtig. Ein möglichst stressfreies Training, regelmäßiger Weidegang und eine ausgeglichene Herdenhaltung können helfen, das Verhalten zu minimieren.  

4. Medikamente und alternative Therapien  

In manchen Fällen können Medikamente wie Antiepileptika oder Schmerzmittel helfen, allerdings haben sie oft Nebenwirkungen.  

  • Akupunktur oder Physiotherapie können unterstützend wirken.  
  • Auch homöopathische Mittel oder pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Passionsblume werden eingesetzt, um das Nervensystem zu beruhigen. 

Vorbeugung durch die richtige Fütterung 

Eine gezielte Fütterung kann helfen, das Nervensystem zu stabilisieren und damit das Risiko von Headshaking zu verringern. Hier einige hilfreiche Tipps zur Fütterung:  

1. Magnesium zur Beruhigung der Nerven  

Magnesiummangel kann zu einer Überempfindlichkeit der Nerven führen. Ein hochwertiges Magnesiumpräparat kann helfen, das Nervensystem zu stabilisieren.  

2. Vitamin B für die Nervenfunktion  

Vitamin-B-Komplexe spielen eine wichtige Rolle für die Nerven. Ein Mangel kann das Headshaking verstärken, weshalb eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein kann. 

3. Kräuter zur Unterstützung des Nervensystems  

Pflanzen wie Baldrian, Kamille oder Melisse wirken beruhigend auf das Nervensystem und können zur Entspannung beitragen.  

4. Hochwertiges Grundfutter  

Ein hochwertiges, schimmel- und staubfreies Heu ist unerlässlich, da Allergien häufig eine Rolle spielen.  

5. Zusätzliche Ergänzungsfuttermittel  

  • Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl können entzündungshemmend wirken.  
  • Tryptophan als natürliche Aminosäure unterstützt die Serotoninproduktion und kann helfen, Stress abzubauen.  
  • Zink und Selen sind wichtig für das Immunsystem und die Nervenfunktion. 

Fazit  

Headshaking beim Pferd ist eine komplexe Erkrankung mit vielen möglichen Ursachen. Eine gezielte Diagnose durch den Tierarzt ist der erste Schritt, um die richtige Therapie zu finden. Während manche Pferde mit einer UV-Maske oder einer speziellen Therapie gut zurechtkommen, können bei anderen eine Futterumstellung und gezielte Ergänzungsfuttermittel helfen.  

Wenn dein Pferd betroffen ist, lohnt es sich, verschiedene Ansätze auszuprobieren und Geduld zu haben - denn oft braucht es eine Kombination verschiedener Maßnahmen, um eine Besserung zu erzielen. 

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