Hüftgelenksentzündung Pferd

Hufgelenksentzündung Pferd

March 13, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung 

Eine Hufgelenksentzündung ist für Pferde äußerst schmerzhaft und kann langfristig schwerwiegende Folgen haben. Sie betrifft das Hufgelenk, das eine zentrale Rolle für die Beweglichkeit und Belastbarkeit der Gliedmaßen spielt. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und vor allem, wie du einer Hufgelenksentzündung durch gezielte Maßnahmen - insbesondere durch die Fütterung - vorbeugen kannst.  

Was ist Hufgelenksentzündung?  

Hufgelenksentzündung, auch Hufarthritis genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung des Hufgelenks. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und führt häufig zu Lahmheiten und Bewegungseinschränkungen. Betroffene Pferde haben Schmerzen beim Auftreten und zeigen häufig eine Schonhaltung. 

Ursachen der Hufgelenksentzündung 

Die Ursachen für eine Hufgelenksentzündung sind vielfältig. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen, die zu einer Überlastung oder Schädigung des Hufgelenks führen.  

1. Mechanische Überlastung und Fehlbelastung  

  • Falscher Beschlag oder unsachgemäße Hufbearbeitung können die Stellung des Hufgelenks verändern und zu Fehlbelastungen führen.  
  • Zu harte oder unebene Böden belasten das Gelenk zusätzlich.  
  • Übergewicht führt zu einer erhöhten Belastung der Gelenke.  
  • Intensiver Sport oder abrupte Stopps und Wendungen können ebenfalls zu einer Entzündung des Hufgelenks führen.  

2. Infektionen und Entzündungen 

  • Bakterielle Infektionen, die durch eine Verletzung oder ein Hufgeschwür in das Gelenk eindringen, können eine akute Hufgelenksentzündung verursachen.  
  • Unbehandelte chronische Entzündungen im Hufbereich können sich bis in das Gelenk ausbreiten. 

3. Arthrose als Ursache  

Auch eine chronische Arthrose im Hufgelenk kann zu einer Entzündung führen. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.  

4. Stoffwechselstörungen  

Pferde mit Stoffwechselstörungen wie Hufrehe, EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder Cushing neigen häufiger zu Entzündungen im Hufbereich, die auch auf das Gelenk übergreifen können. 

Symptome einer Hufgelenksentzündung 

Eine Hufgelenksentzündung entwickelt sich oft schleichend, deshalb ist es wichtig, die ersten Anzeichen zu erkennen. Pferde sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen und zeigen erst deutliche Symptome, wenn die Entzündung bereits fortgeschritten ist. Deshalb ist es wichtig, das Pferd genau zu beobachten und auf folgende Symptome zu achten.  

1. Lahmheit und verändertes Gangbild  

Eines der ersten und auffälligsten Symptome ist eine Lahmheit, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Manche Pferde zeigen nur eine leichte Unregelmäßigkeit im Gang, während andere deutlich lahmen und das betroffene Bein entlasten. Die Lahmheit kann sich bei Bewegung verstärken, insbesondere nach längerer Belastung oder auf hartem Untergrund. Auch eine plötzliche Bewegungsunlust, insbesondere beim Traben oder Wenden, kann auf Schmerzen im Hufgelenk hinweisen.  

2. Schwellung und Erwärmung des Hufgelenks  

Bei einer Entzündung kommt es häufig zu einer Schwellung im Bereich des Hufgelenks, die je nach Schweregrad sichtbar oder nur tastbar ist. Auch eine erhöhte Temperatur am Gelenk kann auf eine Entzündungsreaktion hinweisen. Wenn du dein Pferd regelmäßig abtastest, kannst du Unterschiede schneller feststellen. 

3. Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten 

Pferde mit Hufgelenksentzündungen reagieren oft empfindlich auf Druck oder Berührung am betroffenen Gelenk. Beim Hufegeben kann das Pferd zögern oder sogar das Bein ruckartig wegziehen, da die Bewegung Schmerzen verursacht. Manche Pferde treten auch vermehrt mit dem betroffenen Bein auf oder versuchen, das Bein beim Anwinkeln wegzuziehen.  

4. Schonhaltung und vermehrtes Liegen 

Ein Pferd mit Hufgelenksentzündung versucht instinktiv, das betroffene Bein zu entlasten. Es kann vorkommen, dass es das Bein nach vorne stellt oder sein Gewicht häufiger von einer Seite auf die andere verlagert. In schweren Fällen legen sich manche Pferde häufiger als sonst hin oder vermeiden langes Stehen, um das schmerzende Gelenk zu entlasten.  

5. Eingeschränkte Beweglichkeit und steife Gelenke 

In den frühen Morgenstunden oder nach längeren Ruhephasen kann das Pferd besonders steif wirken. Es kann länger brauchen, um in Schwung zu kommen, oder es wirkt unbeweglich in den Gelenken. Besonders Wendungen oder das Übertreten mit den Hinterbeinen können Probleme bereiten. 

6. Veränderung des Verhaltens 

Pferde mit Schmerzen zeigen oft ein verändertes Verhalten. Manche wirken mürrisch, haben weniger Energie oder verweigern den gewohnten Bewegungsdrang. Besonders auffällig ist es, wenn ein sonst motiviertes Pferd plötzlich unwillig oder nicht mehr so gerne bewegungsbereit ist.  

7. Probleme beim Hufegeben und Beschlagen  

Pferde mit einer Hufgelenksentzündung haben oft Schwierigkeiten, das betroffene Bein längere Zeit hoch zu halten. Beim Schmied kann es vorkommen, dass das Pferd unruhig wird, das Bein wegzieht oder sogar droht, sich hinzusetzen, weil die Belastung des erkrankten Gelenks zu unangenehm ist.  

8. Verschlechterung der Symptome bei Belastung  

Während manche Pferde im Schritt noch halbwegs normal laufen, verstärkt sich die Lahmheit oft im Trab oder Galopp. Auch das Reiten auf festem Untergrund oder das Laufen auf hartem Boden (z.B. Asphalt) kann die Beschwerden verstärken. 

Wann sollte der Tierarzt gerufen werden?  

Je früher eine Hufgelenksentzündung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn du eine anhaltende Lahmheit bemerkst oder dein Pferd mehrere der oben genannten Symptome zeigt, solltest du zur genauen Diagnose einen Tierarzt hinzuziehen. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass die Entzündung chronisch wird und dauerhafte Schäden im Gelenk entstehen. 

Behandlung der Hufgelenksentzündung 

1. Diagnose durch den Tierarzt  

Bei Verdacht auf eine Hufgelenksentzündung sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden. Mit Hilfe von Röntgen, Ultraschall oder einer Gelenkpunktion kann er die Entzündung genau diagnostizieren.  

2. Entzündungshemmende Medikamente  

In den meisten Fällen wird der Tierarzt entzündungshemmende Medikamente wie NSAIDs (nichtsteroidale Antirheumatika) verabreichen. Diese lindern die Schmerzen und reduzieren die Entzündung.  

3. Ruhigstellung und kontrollierte Bewegung  

In der akuten Phase ist es wichtig, das Pferd nicht zu überlasten. Dennoch sollte nach einer ersten Ruhephase eine kontrollierte Bewegung erfolgen, um die Gelenke beweglich zu halten. Gezielte physiotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen. 

4. Anpassung des Hufbeschlages  

Ein angepasster orthopädischer Hufbeschlag oder eine spezielle Barhufbearbeitung können das Hufgelenk entlasten. Dies sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Hufschmied und Tierarzt erfolgen. 

5. Injektionen und alternative Therapien  

In schweren Fällen kann der Tierarzt direkt ins Gelenk spritzen - entweder mit Hyaluronsäure, Cortison oder Eigenbluttherapien (PRP, IRAP). Auch Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder Akupunktur können helfen.  

6. Prognose: Kann ein Pferd mit Hufgelenksentzündung wieder gesund werden?  

Die Prognose ist abhängig von der Ursache. Akute Entzündungen haben bei frühzeitiger Behandlung gute Heilungschancen. Bei einer chronischen Hufgelenksentzündung wird das Gelenk oft dauerhaft geschädigt. In schweren Fällen kann das Pferd nicht mehr schmerzfrei laufen. Manche Besitzer stehen dann vor der schweren Entscheidung, ihr Pferd einschläfern zu lassen. 

Vorbeugung: Fütterung als Schlüssel zur Gelenkgesundheit 

Eine gesunde Ernährung kann helfen, Hufgelenksentzündungen vorzubeugen. Hier die wichtigsten Punkte:  

1. Hochwertiges Grundfutter  

  • Heu von guter Qualität ist die Basis. Es sollte schimmelfrei und nährstoffreich sein.
  • Eine angepasste Weidehaltung ist wichtig: Zu viel frisches Gras kann zu Stoffwechselstörungen führen, die Entzündungen begünstigen.  

2. Ergänzungsfuttermittel für gesunde Gelenke  

Folgende Ergänzungsfuttermittel können die Gelenke stärken und Entzündungen vorbeugen: 

  • Glucosamin & Chondroitin – unterstützen den Gelenkknorpel 
  • MSM (Methylsulfonylmethan) – wirkt entzündungshemmend 
  • Teufelskralle & Ingwer – natürliche Schmerz- und Entzündungshemmer 
  • Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Fischöl) – reduzieren Entzündungen 
  • Vitamin E & Selen – fördern die Muskelfunktion und unterstützen die Regeneration 

3. Bewegung und Haltung 

  • Tägliche Bewegung auf weichem Boden hält die Gelenke gesund. 
  • Regelmäßige Hufpflege und ein guter Beschlag verhindern Fehlbelastungen. 
  • Weidegang ist gesund – aber achte auf das Gewicht deines Pferdes! 

 Fazit 

Eine Hufgelenksentzündung ist eine ernste Erkrankung, die frühzeitig erkannt und behandelt werden muss. Mit der richtigen Behandlung, Fütterung und Haltung kannst du deinem Pferd helfen und Entzündungen vorbeugen. Besonders wichtig sind eine angepasste Ernährung mit gelenkfreundlichen Ergänzungsfuttermitteln und eine individuell angepasste Hufbearbeitung. 

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