Mariendistel Pferd

Mariendistel Pferd

March 22, 2025

Wirkung, Anwendung und worauf zu achten ist  

Die Gesundheit deines Pferdes liegt dir zu Recht am Herzen. Gerade wenn es um Leber, Stoffwechsel oder die allgemeine Vitalität geht, lohnt sich ein Blick in die Schatzkiste der Natur. Eine Pflanze, die dabei besonders hervorsticht, ist die Mariendistel. Immer mehr Pferdebesitzer setzen auf die Kraft dieser Heilpflanze. Doch was steckt wirklich dahinter? Wofür ist die Mariendistel bei Pferden gut? Wie füttert man sie richtig? Und gibt es Nebenwirkungen?  

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über den Einsatz der Mariendistel beim Pferd wissen musst - verständlich, ausführlich und praxisnah. 

Was ist eigentlich die Mariendistel?  

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine altbekannte Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. In der Naturheilkunde wird sie seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Leber eingesetzt - sowohl bei Menschen als auch bei Tieren. Der Hauptwirkstoff der Pflanze heißt Silymarin. Dieses Flavonoid ist für die leberschützende Wirkung verantwortlich.  

Nicht nur die Früchte der Mariendistel sind interessant, auch das Kraut, der Presskuchen (der nach der Ölgewinnung übrig bleibt) und das Mariendistelöl werden zur Unterstützung des Pferdeorganismus eingesetzt. 

Warum ist die Mariendistel gut für Dein Pferd?  

Die Mariendistel ist nicht irgendein Kraut, sondern ein wahres Multitalent, wenn es um die Gesundheit und das Wohlbefinden Deines Pferdes geht. Vor allem im Bereich der Leber, des Stoffwechsels und der allgemeinen Vitalität hat sich die Pflanze einen festen Platz in der Pferdefütterung verdient. Hier erfährst Du im Detail, warum die Mariendistel so gut für Dein Pferd ist - und in welchen Situationen sie besonders unterstützend wirken kann. 

1. Leberentlastung und Zellschutz  

Die wichtigste Eigenschaft der Mariendistel ist ihre leberunterstützende Wirkung. Dies ist vor allem auf den enthaltenen Wirkstoffkomplex Silymarin zurückzuführen, der aus mehreren so genannten Flavonolignanen besteht. Diese Substanzen haben die Fähigkeit, die Leberzellen vor schädlichen Einflüssen zu schützen und die Regeneration bereits geschädigter Leberzellen zu fördern. Dies ist besonders wichtig, wenn dein Pferd bereits Probleme mit erhöhten Leberwerten im Blutbild hat oder generell durch Umweltfaktoren, Medikamente oder belastetes Futter (z.B. mit Schimmelpilzen) unter Druck steht.  

Die Leber ist ein zentrales Organ im Pferdekörper: Sie filtert Schadstoffe aus dem Blut, speichert Energie, produziert wichtige Eiweiße und ist maßgeblich am Fettstoffwechsel beteiligt. Ist die Leber überlastet oder geschädigt, kann dies zu einer Vielzahl von Symptomen führen - von Leistungsschwäche über stumpfes Fell bis hin zu Verdauungsproblemen wie Kotwasser.  

Eine regelmäßige Kur mit Mariendistel kann die Leberfunktion verbessern und die Entgiftung des Körpers unterstützen. Vor allem nach einer Wurmkur, einer längeren Medikamentengabe oder einer Futterumstellung ist eine solche Unterstützung sinnvoll. 

2. Stoffwechsel anregen und das Immunsystem stärken 

Eine gesunde Leber wirkt sich automatisch positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus. Wenn die Leber gut arbeitet, können Nährstoffe besser verarbeitet und Schadstoffe schneller abgebaut werden. Viele Pferde, die mit Mariendistel gefüttert werden, zeigen eine gesteigerte Vitalität, ein glänzenderes Fell, eine bessere Hufqualität und allgemein mehr Ausgeglichenheit.  

Von einer gesunden Leber profitiert auch der Darm. Über die so genannte Leber-Darm-Achse beeinflusst die Leber indirekt die Verdauung. So kann die Mariendistel helfen, Probleme wie Kotwasser, Blähungen oder eine träge Verdauung zu regulieren. 

Darüber hinaus unterstützt eine gut funktionierende Leber auch das Immunsystem, da sie an der Produktion und Aktivierung von Immunzellen beteiligt ist. Pferde, die regelmäßig entgiftet und gut versorgt werden, sind weniger anfällig für Krankheiten und verkraften Belastungen wie Wetterumschwünge oder Stallwechsel besser. 

3. Hilfe bei Hufrehe und Stoffwechselerkrankungen  

Ein besonders spannender Aspekt: Mariendistel kann auch bei Stoffwechselerkrankungen wie Hufrehe, dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) oder Cushing unterstützend eingesetzt werden. Bei diesen Erkrankungen spielt eine Überlastung des Stoffwechsels und der Leber eine zentrale Rolle. Durch ihre entgiftende und zellschützende Wirkung kann die Mariendistel helfen, die Leberfunktion zu verbessern und den Gesamtstoffwechsel zu entlasten.  

Gerade bei rehegefährdeten Pferden ist eine regelmäßige Kontrolle und Pflege des Leberstoffwechsels ein wichtiger Bestandteil des Managements. Die Mariendistel ist hier eine natürliche Möglichkeit, den Organismus, ohne zusätzliche chemische Belastung zu unterstützen. 

4. Mariendistel in Kombination mit anderen Kräutern

Besonders wirksam ist die Mariendistel übrigens in Kombination mit anderen Kräutern. Ein weiterer Klassiker ist die Artischocke, die die Gallenproduktion anregt und den Fettstoffwechsel positiv beeinflusst. Auch Kräuter wie Löwenzahn, Brennnessel oder Schafgarbe können die Wirkung der Mariendistel sinnvoll ergänzen.  

Solche Kombinationen finden sich in speziellen Leber- und Stoffwechselkräutermischungen, die als Kur dem Futter beigegeben werden können. Hier ist es wichtig, auf Qualität und eine sinnvolle Zusammenstellung der Inhaltsstoffe zu achten. 

In welcher Form kann Mariendistel verfüttert werden?  

Mariendistel kann in verschiedenen Formen verfüttert werden:  

  • Gemahlene Mariendistelsamen: Besonders praktisch, um sie unter das Futter zu mischen. In dieser Variante sind noch alle wertvollen Inhaltsstoffe enthalten.  
  • Mariendistel-Presskuchen: Als Nebenprodukt der Ölgewinnung enthält er weniger Fett, dafür aber viele Ballaststoffe. Sehr beliebt bei stoffwechselempfindlichen Pferden.  
  • Mariendistel-Öl: Hochkonzentriert und reich an ungesättigten Fettsäuren. Allerdings sollte hier besonders auf die Dosierung geachtet werden.  
  • Mariendistel in Kräutermischungen: Oft kombiniert mit anderen Kräutern wie Artischocke, Löwenzahn oder Brennnessel zur allgemeinen Leber- und Stoffwechselunterstützung. 

Wie wird die Mariendistel beim Pferd richtig dosiert?  

Die richtige Dosierung hängt von der Produktform ab:  

  • Gemahlene Samen: ca. 10-20 g pro 100 kg Körpergewicht täglich  
  • Presskuchen: 50-100 g täglich je nach Bedarf und Körpergewicht  
  • Mariendistel-Öl: 5-15 ml täglich, vorsichtig dosieren!  

Die Mariendistel wird am besten als Kur über 4-6 Wochen zwei- bis dreimal im Jahr verabreicht. Eine Dauergabe ist meist nicht notwendig - der Körper soll Impulse zur Regeneration erhalten, keine Dauerbelastung. 

Hat die Mariendistel Nebenwirkungen?  

Grundsätzlich ist die Mariendistel sehr gut verträglich. Nebenwirkungen treten selten auf. Bei sehr empfindlichen Pferden kann es in den ersten Tagen zu leichtem Durchfall oder verändertem Kot kommen - meist ein Zeichen dafür, dass der Körper mit der Entgiftung beginnt.  

Bei der Fütterung ist darauf zu achten, dass keine Überdosierungen erfolgen und immer ausreichend Mineralfutter zur Verfügung steht, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu gewährleisten. 

Fazit 

Die Mariendistel kann für Pferde mit Leberproblemen, Stoffwechselstörungen oder nach Medikamentengaben eine echte Unterstützung sein. Ihre Wirkung ist gut erforscht und gerade wegen des enthaltenen Silymarins wird sie auch in der Tiermedizin zunehmend geschätzt.  

Ob als gemahlenes Pulver, als Presskuchen oder als hochwertiges Öl - wichtig ist, auf Qualität und die richtige Dosierung zu achten. In Kombination mit anderen Kräutern wie Artischocke oder Löwenzahn wird die Wirkung sogar noch verstärkt.  

Also: Wer seinem Pferd etwas Gutes tun will, sollte mal über eine Kur mit Mariendistel nachdenken. Vielleicht ist es genau das, was es jetzt braucht. 

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