Mauke Pferd

Mauke Pferd

February 19, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung durch Fütterung 

Mauke beim Pferd ist eine häufige Hauterkrankung in der Fesselbeuge, die viele Pferdebesitzer vor eine Herausforderung stellt. Sie äußert sich meist durch Rötungen, Schwellungen, nässende Hautstellen und Verkrustungen. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Ursachen, Symptome, die richtige Behandlung und wie du Mauke beim Pferd effektiv vorbeugen kannst - mit besonderem Fokus auf Fütterung und Ergänzungsfuttermittel.  

Was ist Mauke beim Pferd?  

Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung in der Fesselbeuge des Pferdes, die sich oft durch trockene oder nässende Haut, Risse und Krusten bemerkbar macht. Sie kann einseitig oder an mehreren Beinen gleichzeitig auftreten. Die Erkrankung ist zwar nicht direkt ansteckend, aber die auslösenden Bakterien, Pilze oder Milben können in einer Stallumgebung schnell andere Pferde befallen.  

Ursachen der Mauke beim Pferd  

Die Ursachen von Mauke sind vielfältig. Häufig kommt es zu einer Kombination mehrerer Auslöser:  

  • Feuchtigkeit und Schmutz: Dauerhaft nasse Böden, schlammige Paddocks oder schmutzige Boxen bieten einen idealen Nährboden für Keime.  
  • Mechanische Reize: Scheuern durch Gamaschen, unsachgemäßes Putzen oder lange Grashalme reizen die Haut.  
  • Parasitenbefall: Milben und andere Parasiten können Hautirritationen hervorrufen.
  • Allergien: Empfindliche Pferde reagieren auf Futter, Einstreu oder Pflegeprodukte
  • Falsche Fütterung: Eine unausgewogene Nährstoffversorgung schwächt das Immunsystem und begünstigt Mauke.  

Pferde mit langem Fell in der Fesselbeuge (wie Friesen oder Tinker) sind besonders anfällig, da Feuchtigkeit schlechter verdunstet. 

Symptome: Wie erkennt man Mauke?  

Die Symptome von Mauke können je nach Ursache und Schweregrad unterschiedlich sein. Oft beginnt die Erkrankung schleichend - deshalb ist es wichtig, die Beine Deines Pferdes regelmäßig zu kontrollieren. Früh erkannt, lässt sich Mauke deutlich einfacher behandeln und Komplikationen können vermieden werden.  

Frühe Symptome:

Mauke macht sich zu Beginn meist durch unscheinbare Veränderungen in der Fesselbeuge bemerkbar:  

  • Rötung und leichte Schwellung der Haut  
  • Erhöhte Berührungsempfindlichkeit - das Pferd könnte das Bein wegziehen oder unruhig reagieren  
  • Eine leicht erwärmte Stelle in der Fesselbeuge (Hinweis auf eine beginnende Entzündung).  
  • Gelegentlich kannst du kleine Hautrisse oder feine Kratzer feststellen, die sich schnell verschlimmern können.  

Tipp: Achte beim Abtrocknen der Beine nach dem Reiten oder Waschen auf solche frühen Veränderungen - je schneller Du reagierst, desto besser!  

Fortgeschrittene Symptome:

Unbehandelt breiten sich Entzündung und Hautirritationen rasch aus. Typische Anzeichen im fortgeschrittenen Stadium sind:

  • Nässende Wunden: Die Haut beginnt zu nässen, es bildet sich ein feuchter Belag.  
  • Krustenbildung: Es bilden sich dicke, gelbliche bis braune Krusten. Diese lassen sich oft nur schwer entfernen - nicht einfach abreißen, da dies Schmerzen verursacht und die Haut weiter schädigen kann.  
  • Rissige Haut: Es können sich tiefe Hautrisse bilden, die das Risiko für Sekundärinfektionen erhöhen.  
  • Schmerzhafte Stellen: Das Pferd zeigt deutliches Unbehagen bei Berührung der betroffenen Stelle.  
  • Veränderter Gang: Im fortgeschrittenen Stadium kann das Pferd anfangen, das Bein zu entlasten oder gar zu lahmen.  
  • Unangenehmer Geruch: Wenn sich Bakterien und Keime einnisten, kann ein unangenehmer Geruch aus der Wunde wahrnehmbar sein.   

Unterschiede zwischen trockener und nässender Mauke:  

Es gibt zwei Hauptformen der Mauke, die jeweils eine etwas andere Behandlung erfordern:  

Trockene Mauke:

  • Trockene, schuppige Haut  
  • Feine, aber schmerzhafte Risse  
  • Krusten ohne Nässen  

Besonders bei Pferden mit empfindlicher Haut oder nach übermäßiger Pflege (zu häufiges Waschen)  

Nässende Mauke:  

  • Feuchte, entzündete Hautstellen  
  • Starke Krustenbildung mit Sekretfluss  
  • Häufig begleitet von Schwellungen und Schmerzen  

Diese Form kann schnell chronisch werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt, wird 

Wann sollte ein Tierarzt gerufen werden?

  • Sobald sich die Mauke trotz Pflege nach einigen Tagen nicht bessert  
  • bei starker Schwellung oder Wärme im betroffenen Bereich  
  • Wenn das Pferd lahmt oder stark auf Berührung reagiert  
  • Falls Fieber auftritt - das kann auf eine ernsthafte Infektion hindeuten  
  • Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob es sich überhaupt um Mauke handelt  

Wichtig: Lass Dich nicht von harmlos aussehenden Kratzern täuschen! Mauke kann sich aus kleinen Verletzungen entwickeln und unbehandelt zu ernsthaften Problemen führen. 

Übersicht: Die verschiedenen Stadien der Mauke beim Pferd

Um Mauke beim Pferd effektiv zu behandeln, ist es hilfreich, den Krankheitsverlauf in Stadien einzuordnen. Je nach Schweregrad variieren Symptome, Behandlung und Pflegeaufwand. Hier findest Du eine Übersicht, die Dir hilft, den Zustand Deines Pferdes besser einzuschätzen: 

Stadium 

Symptome 

Behandlungsempfehlung 

Besonderheiten 

🟢 Stadium 1: Frühes Stadium (leicht) 

- Leichte Rötung und Schwellung der Haut  

- Erste kleine Hautrisse  

- Mögliche Empfindlichkeit bei Berührung  

- Haut leicht wärmer als normal 

✅ Tägliche Reinigung mit lauwarmem Wasser und milder Seife  

✅ Haut sanft trocknen  

✅ Leichte Pflegesalbe (z.B. mit Honig oder Zink)  

✅ Stallhygiene optimieren 

💡Schnelles Handeln verhindert das Fortschreiten. 

🟡 Stadium 2: Mittleres Stadium (mäßig) 

- Krustenbildung (gelblich-braun, festhaftend)  

- Nässende Wunden und feuchte Haut  

- Stärkere Schwellung und Rötung  

- Pferd reagiert empfindlicher  

- Erste Anzeichen von Schmerzen 

Krusten vorsichtig entfernen (vorher einweichen)  

✅ Desinfektion der Wunden ✅ Entzündungshemmende Maukesalbe  

✅ Umgebung trocken halten  

✅ Gegebenenfalls Tierarzt kontaktieren 

⚠️ Infektionsgefahr steigt – Hygiene ist jetzt besonders wichtig! 

🟠 Stadium 3: Fortgeschrittenes Stadium (schwer) 

- Dicke, harte Krusten  

- Tiefe Hautrisse und großflächige Entzündung 

- Übler Geruch aus den Wunden

- Starke Schmerzen und Lahmheit  

- Eventuell Fieber 

✅ Sofortiger Tierarztbesuch! ✅ Medizinische Behandlung (Antibiotika oder entzündungshemmende Mittel)  

✅ Intensive Pflege und Wundversorgung  

✅ Strikte Stallhygiene 

🚨 Notfall: Unbehandelt kann sich die Infektion ausbreiten (Cellulitis-Gefahr!). 

🔴 Stadium 4: Chronische Mauke 

- Dauerhafte Krusten und Verdickungen der Haut  

- Wucherndes Narbengewebe (Elefantenhaut)  

- Eingeschränkte Beweglichkeit  

- Häufig wiederkehrende Entzündungen 

✅ Langfristige Betreuung durch den Tierarzt  

✅ Spezielle Pflegeprodukte zur Hautregeneration  

✅ Optimierung von Fütterung und Haltung  

✅ Regelmäßige Kontrollen 

⚠️ Schwer heilbar – Prävention ist hier der beste Weg! 

 

Was kannst du aus dieser Übersicht mitnehmen?  

  • Früherkennung ist der Schlüssel - bei den ersten Anzeichen handeln!  
  • Ab Stadium 2 ist es ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen.  
  • Bei Stadium 3 oder 4 ist eine professionelle Behandlung unumgänglich.  

Tipp: Führe nach dem Reiten oder Weidegang ein kleines „Bein-Check-Protokoll“ - so entdeckst du Veränderungen frühzeitig. 

Mauke beim Pferd behandeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung  

Eine konsequente und schonende Behandlung ist das A und O. So geht man vor:  

Reinigung:  

  • Reinige die betroffene Stelle vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer milden, pH-neutralen Seife.  
  • Vorsicht beim Entfernen der Krusten - niemals gewaltsam abreißen! Vorher einweichen.  

Trocknen:  

  • Vorsichtig abtupfen (nicht reiben!). Feuchtigkeit ist der größte Feind bei Mauke.  

Desinfizieren:  

  • Ein mildes Desinfektionsmittel verwenden. Achte darauf, dass es die Haut nicht zusätzlich austrocknet.  

Pflege  

  • Honig (besonders Manuka-Honig) gilt als bewährtes Hausmittel. Er wirkt antibakteriell, fördert die Wundheilung und pflegt die Haut.  
  • Es gibt auch spezielle Mauke-Salben, die entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe enthalten.  

Haltung anpassen:  

  • Umgebung trocken und sauber halten. Wechsle nasse Einstreu regelmäßig und vermeide matschige Ausläufe.  

Hausmittel-Tipp: Neben Honig können auch Ringelblumensalbe oder Kokosöl unterstützend wirken. Aber Vorsicht: Nicht jedes Hausmittel ist für jedes Pferd geeignet - immer erst an einer kleinen Stelle testen! 

Vorbeugung: Mauke beim Pferd durch richtige Fütterung vorbeugen  

Eine starke Hautbarriere beginnt von innen. Die richtige Fütterung und gezielte Ergänzungsfuttermittel können dein Pferd widerstandsfähiger gegen Mauke machen.  

Wichtige Nährstoffe zur Vorbeugung:  

  • Zink: Unterstützt die Regeneration der Haut und das Immunsystem.  
  • Biotin: Fördert eine gesunde Haut und ein kräftiges Fell.  
  • Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend.  
  • Vitamin E und Selen: Schützen vor oxidativem Stress.  

Achte auf hochwertiges Heu und eine ausgewogene Mineralstoffversorgung! Nährstoffmangel kann die Entstehung von Mauke begünstigen.  

Empfohlene Ergänzungsfuttermittel:  

  • Zinkpräparate speziell für Pferde  
  • Lein- oder Hanföl für gesunde Fettsäuren  
  • Biotinpräparate für Haut und Fell  

Besonders bei Pferden, die zu Hautproblemen neigen, lohnt sich eine Rücksprache mit dem Tierarzt oder Fütterungsexperten.  

Weitere Tipps zur Vorbeugung von Mauke:

  • Die Fesselbeuge trocken und sauber halten.  
  • Längeren Kontakt mit Feuchtigkeit und Schlamm vermeiden.  
  • Kontrolliere regelmäßig auf Parasiten wie Milben.  
  • Lange Beinhaare vorsichtig zurückschneiden, um die Haut trocken zu halten.  
  • Gamaschen und Bandagen täglich wechseln und regelmäßig waschen.   

Fazit  

Die Mauke beim Pferd ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die schnelles Handeln erfordert. Neben einer sorgfältigen Behandlung und guter Stallhygiene spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung. Durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Zink, Biotin und Omega-3-Fettsäuren kann das Immunsystem des Pferdes gestärkt und die Hautgesundheit nachhaltig gefördert werden.  

Bei Unsicherheiten oder schweren Fällen gilt immer: - konsultiere Deinen Tierarzt!  

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