Elektrolyte Pferd

Elektrolyte Pferd

March 29, 2025

Wann, wie und warum füttern  

Wenn dein Pferd im Training ordentlich ins Schwitzen kommt oder bei sommerlicher Hitze auf der Koppel steht, kann es im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön ins Schwitzen kommen. Und genau hier kommen die Elektrolyte ins Spiel. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wie fütterst du dein Pferd mit Elektrolyten, worauf musst du achten und welche Produkte sind wirklich sinnvoll - vom Testsieger bis zum Hausmittel? Hier findest du alle Antworten! 

Was sind Elektrolyte - und warum sind sie wichtig für das Pferd?  

Elektrolyte sind nichts anderes als Mineralstoffe, die im Körper des Pferdes eine zentrale Rolle spielen. Besonders wichtig sind: 

  • Natrium  
  • Kalium  
  • Chlorid 
  • Calcium  
  • Magnesium  

Diese Mineralstoffe regulieren den Flüssigkeitshaushalt, unterstützen die Muskelfunktion, den Stoffwechsel und sind entscheidend für die Nervenleitung. Kurz gesagt: Ohne Elektrolyte läuft beim Pferd nichts - vor allem nicht nach starkem Schwitzen.  

Denn beim Schwitzen verliert das Pferd nicht nur Wasser, sondern auch diese wichtigen Mineralien. Und genau hier kommt das Thema „Elektrolyte Pferd“ ins Spiel: Denn die Verluste müssen wieder ausgeglichen werden, sonst drohen Leistungseinbrüche, Muskelverspannungen oder sogar Kreislaufprobleme. 

Wann braucht das Pferd Elektrolyte?  

Elektrolyte sind nicht nur für Hochleistungspferde wichtig. Auch dein Freizeitpferd kann in Situationen kommen, in denen ein gezielter Elektrolytausgleich sinnvoll oder sogar notwendig ist. Denn Elektrolyte gehen vor allem über den Schweiß verloren. Je mehr dein Pferd schwitzt, desto mehr Mineralstoffe verliert es - und genau die müssen wieder zugeführt werden, um Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten.  

Hier einige typische Situationen, in denen dein Pferd von einer Elektrolytzufuhr profitiert:

Training & Turnierbelastung  

Sobald dein Pferd regelmäßig und intensiv trainiert, steigt der Schweißverlust deutlich an. Schon bei mittlerer Belastung kann ein Warmblüter mehrere Liter Schweiß verlieren - und damit wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Chlorid. Besonders nach langen Ausritten, Spring- und Dressurstunden oder Turniertagen ist eine gezielte Elektrolytgabe sinnvoll, um die Regeneration zu unterstützen und Leistungseinbußen oder Muskelverspannungen vorzubeugen. 

Hohe Temperaturen & Sommerhitze  

An heißen Tagen schwitzen Pferde oft schon beim Stehen auf der Weide oder im Offenstall. Besonders dunkle Pferde mit dichtem Fell heizen sich schneller auf. Der dadurch entstehende Schweißverlust kann leicht unterschätzt werden - deshalb auch im Sommer regelmäßig Elektrolyte zufüttern, vor allem bei längeren Stehzeiten in der Sonne oder auf Transporten.  

Stress & Transport  

Auch Stress bringt den Elektrolythaushalt durcheinander. Beim Transport - sei es zum Turnier, in die Klinik oder beim Stallwechsel - sind viele Pferde aufgeregt, schwitzen oder trinken weniger. Gerade dann ist eine zusätzliche Elektrolytzufuhr hilfreich, um den Kreislauf zu stabilisieren und die Nervenfunktion zu unterstützen.  

Krankheit, Fieber oder Durchfall 

Hat dein Pferd eine Erkrankung mit hohem Flüssigkeitsverlust - zum Beispiel Fieber, Koliken, Durchfall oder starkes Schwitzen durch Schmerzstress - verliert es nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Elektrolyte. In solchen Fällen können Elektrolyte helfen, den Organismus wieder zu stabilisieren. Hier ist es besonders wichtig, die Fütterung mit dem Tierarzt abzustimmen. 

Fellwechsel & Stoffwechselbelastung 

Im Frühjahr und Herbst, wenn sich das Pferd im Fellwechsel befindet, läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Dadurch kann auch der Mineralstoffbedarf steigen. Besonders Pferde mit Stoffwechselproblemen wie EMS, Cushing oder PSSM haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Elektrolyten wie Magnesium und Kalium, da ihr Körper diese weniger gut regulieren kann. 

Unauffällige Mängel erkennen 

Nicht immer erkennt man auf den ersten Blick, dass das Pferd an einem Elektrolytmangel leidet. Symptome wie Mattigkeit, Muskelzuckungen, Muskelverhärtungen, Trinkunlust oder schlechter Appetit können Hinweise darauf sein. Wenn du dir nicht sicher bist, kann ein Blutbild beim Tierarzt Aufschluss geben. Es zeigt dir, ob ein Mangel an Natrium, Kalium, Chlorid oder Magnesium vorliegt - und ob du entsprechend reagieren musst.  

Generell gilt: Je mehr dein Pferd schwitzt oder unter Belastung steht, desto eher solltest du über eine gezielte Elektrolytzufuhr nachdenken. Ob vorbeugend im Sommer, regelmäßig im Training oder gezielt nach Krankheiten - Elektrolyte sind kleine Helfer mit großer Wirkung. 

Typische Anzeichen für einen Elektrolytmangel beim Pferd 

Symptom 

Mögliche Ursache 

Hinweis für dich 

🐎 Mattheit & Antriebslosigkeit 

Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, v. a. Natrium & Kalium 

Pferd wirkt müde, hat keine Lust auf Bewegung oder Training 

💧 Trinkunlust 

Zu wenig Natrium oder gestörter Durstmechanismus 

Pferd trinkt weniger, obwohl es heiß ist oder gearbeitet hat 

💪 Muskelzucken oder -krämpfe 

Mangel an Magnesium, Kalium oder Calcium 

Unkontrolliertes Zucken, besonders in den Hinterhandmuskeln 

🧊 Muskelverspannungen 

Mineralien fehlen für die Muskelentspannung 

Pferd fühlt sich „fest“ an, besonders im Rücken oder in der Lende 

🥵 Übermäßiges oder kein Schwitzen 

Gestörter Elektrolythaushalt 

Schwitzt zu stark oder gar nicht mehr – beides ist bedenklich 

🌡️ Schlechter Kreislauf 

Verlust von Natrium und Chlorid 

Pferd hat kalte Ohren, ist schlapp, Puls erhöht sich schnell 

🐾 Appetitlosigkeit 

Körper spart Ressourcen bei Mineralstoffmangel 

Pferd frisst schlecht oder sortiert bestimmtes Futter aus 

🐕 Stumpfes Fell & schlechter Fellwechsel 

Langfristiger Mangel an Mineralstoffen 

Fell wirkt glanzlos, Übergang Winter-/Sommerfell stockt 

🧬 Verändertes Blutbild 

Nachweis durch Tierarzt 

Blutwerte von Natrium, Kalium oder Magnesium außerhalb des Normbereichs 

 

Tipp: Wenn du mehrere dieser Anzeichen bei deinem Pferd bemerkst - besonders nach starkem Schwitzen oder anstrengendem Training - lohnt sich eine gezielte Elektrolytgabe. Im Zweifelsfall schafft ein Blutbild beim Tierarzt Klarheit. 

Wie viel Schweiß verliert ein Pferd? – Richtwerte nach Belastung 

Belastungssituation 

Geschätzter Schweißverlust 

Was bedeutet das für die Elektrolytversorgung? 

🌿 Leichte Bewegung (Schritt, kurze Ritte) 

ca. 1–3 Liter/Tag 

Meist kein zusätzlicher Bedarf, bei Hitze dennoch Flüssigkeit im Blick behalten 

🐎 Moderate Arbeit (Trab, Galopp, Ausritte) 

ca. 5–10 Liter/Trainingseinheit 

Elektrolyte sinnvoll, v. a. bei täglichem Training oder warmem Wetter 

🏇 Intensive Arbeit (Turnier, Spring-/Dressurtraining, Vielseitigkeit) 

ca. 10–20 Liter/Tag 

Deutlicher Elektrolytverlust – gezielte Gabe notwendig, auch zur Regeneration 

☀️ Hohe Außentemperaturen (über 25 °C) – auch ohne Arbeit 

bis zu 10 Liter/Tag durch „Ruhe-Schwitzen“ 

Elektrolyte empfehlenswert, besonders bei schlechter Wasseraufnahme 

🚛 Transport (z. B. 2–4 Stunden Fahrt) 

ca. 5–10 Liter je nach Stresslevel 

Auch ohne Arbeit kann viel Schweiß entstehen – Elektrolyte nicht vergessen 

🤒 Krankheit (Fieber, Kolik, Durchfall) 

individuell, oft sehr hoher Verlust 

Elektrolytzufuhr therapeutisch wichtig – immer mit Tierarzt abstimmen 

Wichtig zu wissen:  

Pferdeschweiß enthält deutlich mehr Elektrolyte als Menschenschweiß - insbesondere Natrium, Chlorid und Kalium. Das bedeutet: Schon bei mäßigem Schwitzen kann es zu Mangelerscheinungen kommen, wenn nicht gezielt nachgefüttert wird.  

1 Liter Pferdeschweiß enthält etwa:

  • 3.000-4.000 mg Natrium  
  • 6.000-7.000 mg Chlorid  
  • 1.000-1.500 mg Kalium  

Tipp: Nach starkem Schwitzen reicht Wasser allein nicht aus! Elektrolyte helfen, den Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Leistungsabfall, Muskelproblemen oder Kreislaufschwäche vorzubeugen. 

Elektrolyte Pferd: So fütterst du richtig  

Die Fütterung von Elektrolyten muss gezielt erfolgen - und nicht einfach so nebenbei. Hier ein paar Tipps, wie du Elektrolyte richtig anwendest:  

1. Dosierung beachten  

Zu wenig bringt nichts, zu viel kann schaden. Eine Überdosierung belastet die Nieren und kann den Mineralstoffhaushalt deines Pferdes durcheinanderbringen. Achte auf die Herstellerangaben und passe die Menge der Trainingsintensität und dem Schweißverlust an.  

2. mit ausreichend Wasser kombinieren  

Elektrolyte ziehen Wasser an - das heißt, dein Pferd muss unbedingt genug trinken, damit die Elektrolyte auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Ein leckeres Mash oder angefeuchtetes Futter kann helfen, die Wasseraufnahme zu erhöhen.  

3. Nicht auf leeren Magen füttern  

Elektrolyte auf nüchternen Magen können den Magen reizen. Deshalb immer mit oder direkt nach dem Futter verabreichen. 

Flüssig, Pulver oder Hausmittel? Welche Elektrolyte sind für Pferde sinnvoll?  

Es gibt viele verschiedene Formen von Elektrolyten - aber welche sind wirklich gut?  

Flüssige Elektrolyte für Pferde  

Sehr beliebt, da sie sich schnell im Körper verteilen und besonders gut aufgenommen werden. Ideal für den akuten Einsatz, z. B. nach einem anstrengenden Training. Auf zuckerfreie Varianten achten, da Zucker unnötige Energie liefert und bei stoffwechselempfindlichen Pferden problematisch sein kann.  

Pulver oder Pellets 

Einfach unter das Futter mischen - praktisch für den Alltag. Auch hier gilt: Inhaltsstoffe prüfen! Viele Produkte enthalten Zucker oder künstliche Aromen, die man besser meidet.

Hausmittel  

Ja, die gibt es auch - Elektrolyte selber machen ist möglich, aber mit Vorsicht. Eine Prise Salz (Natriumchlorid) und etwas Kaliumcitrat oder Apfelsaft mit einer Prise Salz können im Notfall helfen. Aber Vorsicht: Das ist kein Ersatz für ein ausgewogenes Elektrolytpräparat, sondern eher eine Übergangslösung! 

Was sind gute Elektrolytprodukte für Pferde?  

Hier ein kleiner Überblick, worauf du bei der Produktauswahl achten solltest: Testsieger und geprüfte Marken wählen - Qualität zahlt sich aus  

  • Ohne Zucker, künstliche Aromen und Füllstoffe  
  • Gut löslich oder leicht zu dosieren  
  • Möglichst natürliche Inhaltsstoffe, gerne mit Kräutern zur Unterstützung des Stoffwechsels  

Wichtige Tipps zum Schluss  

  • kontrolliere regelmäßig das Fell und die allgemeine Vitalität deines Pferdes - stumpfes Fell kann ein Zeichen für Mineralstoffmangel sein.  
  • Langsame Gewöhnung: Wenn du neu mit Elektrolyten beginnst, steigere die Menge langsam.  
  • Verwende Elektrolyte gezielt und nicht dauerhaft „auf Verdacht“.  
  • Im Zweifelsfall: Lass ein Blutbild machen - so weißt du genau, was dein Pferd braucht. 

Fazit 

Ob beim Schwitzen, im Training oder nach Krankheiten - Elektrolyte für dein Pferd sind eine einfache, aber wirkungsvolle Unterstützung. Richtig eingesetzt helfen sie deinem Vierbeiner, fit, leistungsfähig und gesund zu bleiben. Achte auf die richtige Dosierung, hochwertige Produkte (am besten ohne Zucker) und gib deinem Pferd immer ausreichend Wasser - dann bist du auf der sicheren Seite.  

Und wenn du mal keine Elektrolyte zur Hand hast: Ein einfaches Hausmittel mit Salz kann kurzfristig helfen - aber auf Dauer ist ein abgestimmtes Produkt einfach die bessere Wahl. 

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