Ursachen, Symptome, Behandlung & Vorbeugung
Wenn sich an den Fesselbeugen Deines Pferdes plötzlich Krusten, Rötungen oder sogar nässende Stellen zeigen, könnte Raspe dahinterstecken. Diese unangenehme Hautveränderung tritt besonders häufig im Winter oder bei feuchtem Wetter auf und kann für Dein Pferd nicht nur unangenehm, sondern auch schmerzhaft sein. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über Raspe beim Pferd wissen musst - von den Ursachen über die Symptome und die Behandlung bis hin zur Vorbeugung durch gezielte Fütterung und geeignete Produkte.
Was ist Raspe beim Pferd?
Raspe, auch bekannt als feuchte Mauke, ist eine Hautentzündung in der Fesselbeuge. Die Haut wird rissig, gerötet, bildet Krusten oder beginnt zu nässen. Manchmal sind Bakterien, Pilze oder Milben beteiligt. Besonders anfällig sind Pferde mit weißen Beinen oder empfindlicher Haut.
Ursachen von Raspe beim Pferd - Was steckt dahinter?
Die Ursachen für Raspe beim Pferd sind meist vielfältig und hängen häufig miteinander zusammen. Es handelt sich also selten um „die eine“ Ursache, sondern vielmehr um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die die Haut in der Fesselbeuge reizen und schwächen. Kommen dann noch Bakterien, Pilze oder Parasiten ins Spiel, entzündet sich die Haut - und Raspe entsteht. Hier werden die häufigsten Auslöser genauer betrachtet:
1. Feuchtigkeit und Matsch - das ideale Klima für Raspe
Einer der häufigsten Auslöser ist schlichtweg ständige Nässe. Wenn dein Pferd viel auf matschigen Paddocks oder nassen Wiesen steht, quillt die Haut in der Fesselbeuge regelrecht auf. Die Hautbarriere wird geschwächt und Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze haben leichtes Spiel. Vor allem im Herbst und Winter, wenn es viel regnet und der Boden nicht abtrocknet, kommt es daher häufig zu Raspe.
2. Unsaubere Haltungsbedingungen
Dreckige Boxen, schmutzige Paddocks oder verschmutzte Einstreu können die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Wenn Urin und Kot über längere Zeit auf die Haut gelangen, entsteht ein aggressives Milieu - eine ideale Brutstätte für Keime. Auch schmutzige Putzutensilien oder nicht gereinigte Gamaschen können die Entstehung von Raspe begünstigen.
3. Empfindliche Hauttypen und weiße Beine
Manche Pferde haben von Natur aus eine empfindlichere Haut, z. B. in Bereichen mit weniger Pigment. Weiße Beine, insbesondere mit weißen Fesselbeugen, sind anfälliger für Hautprobleme, da sie dünner und empfindlicher sind. Dies erklärt, warum Raspe bei diesen Pferden besonders häufig auftritt.
4. Bakterielle oder parasitäre Infektionen
In vielen Fällen sind Bakterien, Pilze oder auch Milben beteiligt. Ist die Haut bereits geschädigt, nutzen diese Erreger die Schwachstelle und lösen eine Entzündung aus. Gerade sekundäre Infektionen - also wenn sich Keime auf der bereits gereizten Haut ansiedeln - können den Verlauf verschlimmern und die Behandlung erschweren.
5. Mangelnde Pflege oder falsche Produkte
Auch eine unregelmäßige oder falsche Pflege kann zur Entstehung von Raspel beitragen. Werden z.B. fetthaltige Cremes auf feuchte Haut aufgetragen, entsteht ein „Abdichtungseffekt “ - die Haut kann nicht mehr atmen, Feuchtigkeit staut sich und das Risiko für Hautprobleme steigt. Auch aggressive Shampoos oder Desinfektionsmittel können die Haut austrocknen und reizen.
6. Nährstoffmängel – Die innere Ursache nicht unterschätzen
Ein oft vernachlässigter Faktor ist die Ernährung. Die Haut braucht bestimmte Nährstoffe, um gesund und widerstandsfähig zu bleiben. Vor allem ein Mangel an Zink kann die Hautbarriere schwächen. Auch Biotin, Vitamin A, Selen oder Schwefelverbindungen (MSM) spielen eine wichtige Rolle. Ist das Immunsystem durch eine unausgewogene Fütterung geschwächt, können äußere Reize schneller zu Entzündungen führen.
7. Allergien und Umweltreize
In selteneren Fällen kann auch eine Allergie - z.B. gegen bestimmte Einstreu, Pflegeprodukte oder auch Futterbestandteile - der Auslöser für die Raspe sein. Auch Sonnenbrand an hellen Beinen oder der Kontakt mit reizenden Pflanzen kann die Haut schädigen und eine Raspe-ähnliche Reaktion hervorrufen.
Symptome – So erkennst Du Raspe beim Pferd
Je früher Raspe erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Achte auf diese typischen Symptome:
- Rötung, Schwellung oder nässende Haut in der Fesselbeuge
- Krusten- oder Schorfbildung
- Juckreiz, Unruhe oder häufiges Scharren mit dem betroffenen Bein
- Schmerzempfindlichkeit oder Lahmheit im fortgeschrittenen Stadium
Manche Pferde zeigen nur leichte Anzeichen, andere reagieren sehr heftig. Deshalb ist es wichtig, die Beine regelmäßig zu kontrollieren, besonders bei feuchtem Wetter oder bei empfindlichen Pferden.
Raspe beim Pferd behandeln - was wirklich hilft
Die gute Nachricht: Raspe lässt sich gut behandeln, wenn man frühzeitig handelt. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur richtigen Pflege:
1. Reinigung der betroffenen Stelle
Wasche die Fesselbeuge vorsichtig mit einer milden desinfizierenden Lösung (z.B. Betaisodona oder verdünntes Chlorhexidin). Nicht schrubben, da dies die Haut zusätzlich reizt.
2. Krusten entfernen
Weiche die Krusten mit warmem Wasser oder einem feuchten Tuch auf und entferne sie vorsichtig. Wichtig: Erst lösen, wenn sie sich leicht abheben lassen.
3. Behandlung mit Salben oder Cremes
Eine antibakterielle Creme oder eine spezielle Raspe-Salbe auftragen. Produkte mit Zink, Ringelblume, Teebaumöl oder Honig wirken entzündungshemmend und unterstützen die Heilung. Hier findest du auch gute Hausmittel gegen Raspe beim Pferd - dazu gleich mehr.
- 4. Umgebung optimieren
Halte die Umgebung möglichst trocken und sauber. Wenn Dein Pferd im Offenstall steht, kann es helfen, die Paddocks trockenzulegen oder Späne, statt Stroh zu verwenden.
Hausmittel gegen Raspe beim Pferd - Sanfte Unterstützung
Viele Pferdebesitzer schwören bei der Behandlung von Raspe auf bewährte Hausmittel:
- Zinksalbe: Unterstützt die Wundheilung und schützt vor neuer Feuchtigkeit.
- Kokosöl: wirkt antibakteriell und pflegt die Haut.
- Apfelessig (verdünnt): Desinfiziert sanft die betroffene Stelle.
- Honigsalben: Wirken entzündungshemmend und fördern die Regeneration.
Wichtig: Nicht jedes Hausmittel ist für jedes Pferd geeignet. Teste neue Produkte immer erst an einer kleinen Stelle.
Fütterung bei Raspe – Warum das richtige Futter so wichtig ist
Die Haut ist der Spiegel der Gesundheit. Wenn Raspe immer wieder auftritt oder schlecht abheilt, kann ein Blick auf die Fütterung helfen.
Darauf solltest du achten:
- Achte auf eine ausgewogene Mineralstoffversorgung - Zink, Schwefel, Biotin und Vitamin E sind besonders wichtig für die Hautgesundheit.
- Vermeide zu viel Zucker und Stärke im Futter, da sie Entzündungen fördern können.
- Setze auf hochwertige Öle mit Omega-3-Fettsäuren, z.B. Leinöl, um die Hautbarriere zu unterstützen.
Ergänzungsfuttermittel:
Es gibt spezielle Ergänzungsfuttermittel für Haut, Fell und Immunsystem. Besonders empfehlenswert sind Produkte mit:
- Zinkchelat oder organischem Zink
- MSM (Methylsulfonylmethan) - wirkt entzündungshemmend
- Bierhefe - unterstützt die Darmflora und die Nährstoffaufnahme
- Mariendistel - zur Unterstützung der Leberfunktion
Mit der richtigen Fütterung kann man viel zur Vorbeugung beitragen - denn gesunde Haut beginnt von innen.
Raspe beim Pferd vorbeugen – So bleibt die Haut gesund
Damit es gar nicht erst zu Raspe kommt, hilft eine gute Kombination aus Pflege, Haltung und Fütterung. Hier einige Tipps zur Vorbeugung:
- Tägliche Kontrolle der Fesselbeugen, besonders bei feuchtem Wetter
- Nach dem Reiten oder Weidegang: Beine abwaschen und gut abtrocknen
- Regelmäßige Pflege mit pflegenden, aber nicht fettenden Cremes
- Trockene, saubere Haltungsbedingungen schaffen
- Haut und Immunsystem mit der richtigen Fütterung stärken
Fazit
Raspe beim Pferd ist unangenehm, aber kein Grund zur Panik. Mit einer gezielten Kombination aus richtiger Pflege, geeigneten Cremes, wirksamen Hausmitteln und angepasster Fütterung kannst du deinem Pferd schnell helfen - und neuen Schüben gut vorbeugen. Wichtig ist, frühzeitig zu handeln und nicht nur die Haut, sondern das ganze Pferd im Auge zu behalten. Denn Raspe ist oft ein Zeichen dafür, dass irgendwo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
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