Hahnentritt Pferd

Hahnentritt Pferd

February 11, 2025

Ursachen, Symptome und Behandlung 

Der Hahnentritt beim Pferd ist eine neurologische Bewegungsstörung, die sich durch ein übertriebenes Hochziehen der Hinterbeine äußert. Die Erkrankung kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten - von leichten Symptomen bis hin zu stark beeinträchtigtem Gangbild. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Erkrankung, wie erkennt man sie und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? In diesem Ratgeber erfährst du alles über Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapieansätze, insbesondere in Bezug auf Fütterung und Ergänzungsfuttermittel.  

Was ist Hahnentritt beim Pferd?  

Hahnentritt, auch Stringhalt genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die die Bewegungsfähigkeit der Hinterbeine beeinträchtigt. Betroffene Pferde zeigen ein unkontrolliertes Hochschnellen eines oder beider Hinterbeine, insbesondere im Schritt. In schweren Fällen kann das Bein beim Vorführen regelrecht „zucken“ oder sogar kurzzeitig in der Luft hängen.  

Diese Bewegungsstörung kann sowohl plötzlich als auch schleichend auftreten. Manche Pferde zeigen die Symptome nur gelegentlich, während andere dauerhaft darunter leiden. Doch was sind die Ursachen? 

Ursachen: Warum kommt es beim Pferd zum Hahnentritt?  

Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für Hahnentritt. Sie können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden:  

1. Idiopathischer Hahnentritt.  

Diese Form tritt häufig ohne erkennbare äußere Einwirkung auf. Sie kann genetisch bedingt sein oder mit degenerativen Prozessen im Nervensystem zusammenhängen.  

2. Erworbener Hahnentritt  

Hier gibt es verschiedene Auslöser, die zu dieser Bewegungsstörung führen können:  

  • Toxische Belastung durch das giftige Ferkelkraut (Hypochaeris radicata), das auf Weiden wächst.  
  • Verletzungen oder Nervenirritationen in der Hinterhand oder im Rückenbereich  
  • Muskelverspannungen oder Blockaden der Wirbelsäule  
  • Magnesium- oder Vitamin-B-Mangel mit Auswirkungen auf das Nervensystem  
  • Vergiftungen oder andere neurologische Erkrankungen.  

Da die genaue Ursache nicht immer eindeutig feststellbar ist, ist eine gründliche Diagnose durch den Tierarzt wichtig.  

Symptome: Wie erkennt man Hahnentritt beim Pferd?  

Hahnentritt beim Pferd macht sich vor allem durch eine auffällige, unkontrollierte Bewegung der Hinterbeine bemerkbar. Besonders im Schritt fällt auf, dass das betroffene Pferd ein oder beide Hinterbeine ruckartig und übertrieben hochzieht, bevor es das Bein wieder auf den Boden setzt. Dieses unwillkürliche Hochschnellen kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein - von einem leichten Zucken bis hin zu extremen, fast schleudernden Bewegungen. 

Typische Anzeichen von Hahnentritt  

  • Übertriebenes Hochziehen eines oder beider Hinterbeine - besonders beim Antritt oder im langsamen Schritt  
  • Unkontrolliertes „Zucken“ der Hinterhand - das Bein wird manchmal regelrecht „weggeschleudert“.  
  • Verstärkte Symptome bei engen Wendungen oder beim Rückwärtsrichten  
  • Schwierigkeiten beim Hufegeben - manche Pferde ziehen das Bein reflexartig hoch oder lassen es gar nicht los  
  • Probleme beim Antraben - das Pferd stolpert oder wirkt unsicher auf den Hinterbeinen  
  • Muskelverspannungen in der Hinterhand - oft als Folge der unkoordinierten Bewegungen  
  • Lahmheit oder steifer Gang - vor allem, wenn das Problem schon länger besteht.  

Ein weiteres typisches Symptom ist, dass sich die Bewegungsstörung bei Kälte oder nach längeren Ruhephasen verschlimmern kann. Manche Pferde zeigen das ruckartige Hochziehen nur in bestimmten Situationen, z. B. nach dem Anbinden oder nach dem ersten Antraben. In anderen Fällen bleibt die Bewegungsstörung dauerhaft bestehen. 

Symptome in verschiedenen Schweregraden  

  • Leichte Form: Das Pferd hebt das Hinterbein nur minimal übermäßig an. Die Symptome treten vor allem nach längeren Ruhephasen auf, lassen aber bei Bewegung nach.  
  • Mittlere Form: Das Bein schnellt sichtbar hoch, die Bewegung ist ruckartig und tritt regelmäßig auf. Wendungen oder Rückwärtsgehen verstärken die Symptome.
  • Schwere Form: Das Pferd hebt das Hinterbein fast unkontrolliert hoch und kann es kurzzeitig in der Luft „festhalten“. Das Gangbild wirkt extrem gestört, das Pferd hat große Probleme, sich flüssig zu bewegen.  

Manche Pferde zeigen das übermäßige Hochziehen nur auf einer Seite, andere auf beiden Hinterbeinen. Die genaue Ausprägung kann stark variieren, daher ist eine genaue Beobachtung wichtig.

Wenn du bei deinem Pferd ungewöhnliche Bewegungsmuster feststellst, solltest du einen Tierarzt hinzuziehen, um eine klare Diagnose zu erhalten und die bestmögliche Behandlung einzuleiten.   

Diagnose: Wie wird Hahnentritt festgestellt?  

Ein erfahrener Tierarzt kann Hahnentritt oft schon durch genaue Beobachtung des Gangbildes erkennen. Folgende Untersuchungen helfen bei der Diagnose:

  • Beugeprobe und Rückwärtsrichten zur Überprüfung der Bewegungseinschränkun
  • neurologische Tests zum Ausschluss anderer Erkrankungen  
  • Röntgen oder Ultraschall bei Verdacht auf Verletzungen oder Knochenschäden  
  • Blutuntersuchungen, um Mangelerscheinungen oder Vergiftungen (z.B. durch Ferkelkraut) festzustellen.  

Je nach Ursache entscheidet der Tierarzt, ob und wie der Hahnentritt behandelt werden kann.  

Behandlung: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?  

Ob Hahnentritt heilbar ist, hängt stark von der Ursache ab. Während einige Pferde mit leichten Symptomen gut leben können, benötigen andere gezielte Therapiemaßnahmen.

1. Ernährung als Basis der Therapie  

Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle, um das Nervensystem zu unterstützen und eventuelle Mängel auszugleichen. Folgende Futtermittel und Ergänzungsfuttermittel können helfen:  

  • Magnesium - entspannt die Muskulatur und unterstützt die Nervenfunktion  
  • Vitamin B-Komplex - unterstützt die Nervenregeneration  
  • Omega-3-Fettsäuren - wirken entzündungshemmend und unterstützen den Muskelstoffwechsel  
  • Aminosäuren ( besonders Lysin und Methionin) - wichtig für Muskelaufbau und Nervengesundheit  
  • Antioxidantien wie Vitamin E und Selen - schützen die Nervenzellen vor Schädigungen 

Zusätzlich sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Pferd auf der Weide kein Ferkelkraut aufnimmt. 

2. Physiotherapie & Bewegung 

Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu lockern und die Koordination zu verbessern. Besonders hilfreich sind  

  • Dehnübungen und gezieltes Training zur Muskelentspannung  
  • Wärmeanwendungen zur Förderung der Durchblutung  
  • Manuelle Therapie und Osteopathie zum Lösen von Blockaden  

3. Medikamentöse Therapie & Operation 

In schweren Fällen können Medikamente wie Muskelrelaxantien oder Nervenschmerzmittel eingesetzt werden. In seltenen Fällen wird eine operative Sehnendurchtrennung (Tenotomie) durchgeführt, um das übermäßige Zucken zu reduzieren.  

Vorbeugung: Wie kann man dem Hahnentritt vorbeugen?  

Der Hahnentritt lässt sich nicht immer verhindern, aber durch einige Maßnahmen kann das Risiko minimiert werden:  

  • Hochwertiges, ausgewogenes Futter mit ausreichender Nährstoffversorgung 
  • Regelmäßige Kontrolle der Weide auf giftige Pflanzen wie Ferkelkraut
  • Vermeidung von Überlastung und falscher Haltung
  • Gezieltes Muskeltraining und Dehnübungen zur Lockerung der Hinterhand
  • Frühzeitige Behandlung bei ersten Anzeichen von Muskel- oder Nervenerkrankungen  

Fazit: Kann ein Pferd mit Hahnentritt noch geritten werden?  

Ob ein Pferd mit Hahnentritt noch reitbar ist, hängt von der Schwere der Symptome und der individuellen Reaktion auf die Behandlung ab. Leichte Fälle können oft durch gezieltes Training, angepasste Fütterung und Physiotherapie gut kontrolliert werden. In schweren Fällen, wenn das Zucken der Hinterbeine stark ausgeprägt ist, kann das Reiten jedoch schwierig oder unmöglich werden.  

Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend, um das Wohlbefinden deines Pferdes zu erhalten. Achte deshalb auf die ersten Symptome und unterstütze dein Pferd mit der richtigen Fütterung, Bewegung und Therapie! 

 

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