Husten Pferd

Husten Pferd

March 24, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung  

Husten bei Pferden ist keine Seltenheit - sollte aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn was harmlos beginnt, kann sich schnell zu einer ernsthaften Atemwegserkrankung wie COB (chronisch obstruktive Bronchitis) oder sogar zu equinem Asthma entwickeln. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter dem Husten deines Pferdes stecken kann, wie du die Symptome richtig deutest, wie eine gezielte Behandlung aussieht - und wie du mit der richtigen Fütterung, Haltung und ergänzenden Maßnahmen vorbeugen kannst. 

Ursachen: Warum hustet mein Pferd?  

Die Ursachen für Husten bei Pferden sind vielfältig und reichen von harmlosen Reizungen bis hin zu chronischen Atemwegserkrankungen:  

Staubige Stallluft und schlechtes Raufutter 

Vor allem im Winter, wenn die Pferde viel in der Box stehen, kann trockene, staubige Luft die Atemwege reizen.  

Allergien und empfindliche Bronchien

Viele Pferde reagieren allergisch auf Schimmelsporen im Heu, Pollen oder Staub - vor allem bei chronischem Husten sollte man an eine allergische Komponente in Betracht ziehen.  

Infektionen mit Viren oder Bakterien  

Eine bakterielle oder virale Atemwegserkrankung kann akuten Husten auslösen - meist ist auch Fieber im Spiel.  

Dauerhafte Reizung oder unbehandelte Atemwegserkrankungen 

Wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält, besteht die Gefahr, dass er chronisch wird. Man spricht dann oft von COB oder dem, was früher Dämpfigkeit genannt wurde.  

Sonderfall: Pferd atmet schwer ohne Husten  

Auch ohne sichtbaren Husten kann eine Atemwegserkrankung vorliegen - zum Beispiel durch Allergien, eine vergrößerte Ohrspeicheldrüse oder Probleme in den Bronchien. 

Symptome: Woran erkennst du, dass dein Pferd hustet

Husten ist nicht gleich Husten - und kann sich bei Pferden sehr unterschiedlich äußern. Manche Pferde husten nur gelegentlich, andere zeigen deutliche Anzeichen einer Atemwegserkrankung. Umso wichtiger ist es, die ersten Symptome richtig zu deuten und schnell zu handeln. Denn je früher der Husten erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung - und desto geringer ist das Risiko, dass der Husten chronisch wird.  

Hier ein Überblick über die häufigsten Symptome, die auf Husten beim Pferd hindeuten - inklusive einiger versteckter Anzeichen, die leicht übersehen werden.  

1. Gelegentliches Husten - vor allem beim Antraben  

Viele Pferde husten beim ersten Antraben oder nach einer längeren Pause. Ein oder zweimaliges Husten kann unbedenklich sein, vor allem wenn das Pferd im Winter aus einer warmen Box kommt oder das Heu etwas staubig war. Wenn der Husten jedoch regelmäßig auftritt oder sich während des Trainings verstärkt, sollte man genauer hinschauen. Er könnte ein erstes Warnsignal für eine Reizung oder Überlastung der Atemwege sein. 

2. Trockener Husten - ohne Schleim, aber hartnäckig  

Ein trockener Husten klingt oft wie ein harter, bellender Husten - ohne Schleimauswurf. Er kann auf eine Reizung der oberen Atemwege hinweisen, z. B. durch Staub, Ammoniak im Stall, kalte Luft oder Allergene. Pferde mit beginnendem COB oder allergischem Husten zeigen oft auch trockenen Husten, besonders morgens oder nach dem Fressen.  

3. Feuchter Husten - mit Schleimauswurf  

Wenn das Pferd Schleim aushustet, handelt es sich in der Regel um produktiven Husten, der bei Infektionen oder Entzündungen der unteren Atemwege auftreten kann. Der Schleim kann klar, weißlich, gelb oder sogar grünlich sein, je nachdem, ob die Ursache bakteriell oder viral ist. Zäher oder eitriger Schleim deutet häufig auf eine bakterielle Infektion hin und sollte tierärztlich abgeklärt werden.  

4. Nasenausfluss - nicht immer harmlos  

Ein klarer, wässriger Nasenausfluss tritt bei vielen leichten Erkältungen oder Reizungen auf. Ist der Ausfluss jedoch trüb, schleimig oder eitrig, kann dies auf eine ernsthafte Infektion hinweisen. Insbesondere in Kombination mit Fieber, Husten und allgemeiner Abgeschlagenheit sollte das Pferd unbedingt tierärztlich untersucht werden.  

5. Schweres Atmen & Flankenatmung  

Ein weiteres, oft unterschätztes Symptom ist erschwerte Atmung, die sich in auffälliger Flankenatmung, angestrengtem Ausatmen oder einem "Pumpen" in der Bauchmuskulatur äußert. In manchen Fällen zeigt das Pferd eine erschwerte Atmung ohne sichtbaren Husten - insbesondere bei chronischen oder allergischen Erkrankungen wie COB oder equinem Asthma. Hier ist schnelles Handeln gefragt, da die Bronchien oft schon stark verengt sind. 

6. Leistungsabfall & Unlust  

Pferde mit Husten - vor allem bei chronischen oder allergischen Auslösern - wirken oft lustlos, ermüden schnell oder zeigen weniger vorwärtsdrang. Auch ein Pferd, das plötzlich nicht mehr richtig durchatmen kann, kann aus Unsicherheit oder Unwohlsein verweigern, buckeln oder sich der Arbeit entziehen. Diese Verhaltensänderungen werden oft übersehen, können aber erste Hinweise auf ein Atemwegsproblem sein.  

7. weitere begleitende Symptome  

Neben den typischen Hustensymptomen können auch folgende Anzeichen auftreten: 

  • Fieber, besonders bei infektiösen Ursachen  
  • Geschwollene Lymphknoten oder vergrößerte Ohrspeicheldrüse  
  • Hustenreiz beim Fressen (Hinweis auf Reizung im Rachenraum)  
  • Unruhiger Schlaf oder vermehrtes Liegen bei Boxenruhe  
  • Vermehrtes Schlucken oder Räuspern  

Wann wird es kritisch?  

Ein einfacher Husten ist nicht unbedingt gefährlich. Doch wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält, schleimig wird, mit Atemnot oder Fieber einhergeht oder sich trotz Ruhe und Pflege nicht bessert, sollte unbedingt der Tierarzt gerufen werden. Chronischer Husten ist nicht nur lästig - er kann Deinem Pferd dauerhaft die Luft zum Atmen nehmen. 

Akut, chronisch oder allergisch? - Die drei Gesichter des Hustens beim Pferd  

Husten ist nicht gleich Husten - und schon gar nicht ist jede Ursache gleich. Ob akut, chronisch oder allergisch: Die Art des Hustens entscheidet oft darüber, welche Behandlung notwendig ist und wie dringend Du handeln musst. Hier erfährst du, woran du die Unterschiede erkennst und was sie für dich und dein Pferd bedeuten.  

1. Akuter Husten - der "klassische" Infekt Husten  

Akuter Husten tritt plötzlich auf und ist meist die Folge einer Infektion der Atemwege, zum Beispiel durch Viren oder Bakterien. Gerade in den nasskalten Monaten kommt er häufig vor - vor allem, wenn Pferde Zugluft, Kälte oder virenbelasteter Stallluft ausgesetzt sind.  

Typische Merkmale:  

  • Plötzlicher Beginn  
  • Häufig feuchter Husten mit Schleimauswurf  
  • Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit  
  • Evtl. geschwollene Lymphknoten oder Nasenausfluss  
  • Dauer meist unter 2 Wochen (bei richtiger Behandlung)  

Wichtig: Ein akuter Husten sollte konsequent behandelt und auskuriert werden - sonst besteht die Gefahr, dass er chronisch wird. 

2. Chronischer Husten - wenn der Husten nicht mehr weggeht

Ein chronischer Husten entwickelt sich schleichend - manchmal über Wochen oder Monate. Oft ist er die Folge einer dauerhaften Reizung der Atemwege, etwa durch staubige Stallluft, schlechtes Heu, Ammoniakdämpfe oder wiederholte, nicht richtig ausgeheilte Infekte. Auch Erkrankungen wie die chronisch obstruktive Bronchitis (COB) oder die sogenannte RAO (Recurrent Airway Obstruction) fallen in diese Kategorie.  

Typische Merkmale:  

  • Trockener oder produktiver Husten, oft morgens oder beim Antraben  
  • Husten hält länger als zwei Wochen an  
  • Teilweise erschwerte Atmung oder Flankenatmung  
  • Leistungsabfall, schnellere Ermüdung
  • Oft kein Fieber, aber hartnäckiger Schleim 
  • Reagiert gut auf Inhalation, schleimlösende Kräuter& Futterumstellung  

Wichtig: Chronischer Husten ist kein " dauerhafter Infekt", sondern meist eine chronische Entzündung oder Verengung der Bronchien. Hier geht es nicht nur um Heilung, sondern um ein dauerhaftes Symptom- und Ursachenmanagement. 

3. Allergischer Husten - die unterschätzte Form  

Der allergische Husten wird oft übersehen, obwohl er immer mehr Pferde betrifft. Er wird durch eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Auslöser (Allergene) wie Schimmelpilzsporen, Pollen, Hausstaub- oder Futtermilben verursacht. Das Problem: Allergien sind oft nicht saisonal gebunden und können zu dauerhaften Atemwegserkrankungen führen, wenn sie nicht erkannt und behandelt werden.  

Typische Symptome:  

  • Trockener Reizhusten, manchmal ohne Schleim  
  • Häufiges Husten in staubiger Umgebung oder bei Kontakt mit Heu/Stroh  
  • Keine oder nur geringe Temperaturerhöhung  
  • Pferd atmet schwer ohne zu husten oder zeigt plötzliche Atemnot  
  • Symptome treten oft wiederkehrend oder in bestimmten Situationen auf  
  • Bessert sich oft bei Weidegang, sauberer Luft und Futterumstellung  

Wichtig: Allergischer Husten sollte frühzeitig erkannt werden, um eine dauerhafte Reizung der Atemwege zu vermeiden. Ein Allergietest durch den Tierarzt kann helfen, die Auslöser zu identifizieren. 

Behandlung: Was tun bei Husten?  

1. Tierarzt: Erste Anlaufstelle bei Husten  

Wenn dein Pferd länger als ein paar Tage hustet, ist ein Tierarztbesuch Pflicht. Nur er kann durch Abhören, gegebenenfalls Bronchoskopie oder Schleimuntersuchung eine genaue Diagnose stellen - und zwischen bakteriellen, allergischen oder chronischen Ursachen unterscheiden.  

2. Ruhe, frische Luft und Bewegung  

Bewegung ist wichtig - aber dosiert! Frische Luft ist gut für die Bronchien. Spaziergänge, Bodenarbeit oder lockeres Longieren an der frischen Luft helfen beim Abhusten. 

3. schleimlösende Mittel & Ergänzungsfuttermittel  

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sind pflanzliche schleimlösende Mittel und spezielle Ergänzungsfuttermittel, die die Atemwege unterstützen. Hier einige bewährte Mittel:

  • Kräutermischungen: Thymian, Anis, Eibischwurzel und Süßholz wirken schleimlösend und reizlindernd.  
  • Schwarzkümmelöl: stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend, besonders bei allergischem Husten. 
  • DMSO (Dimethylsulfoxid): Wird teilweise äußerlich oder als Zusatz zur Inhalation eingesetzt - unbedingt mit dem Tierarzt absprechen!  
  • B Vetsan: Ein homöopathisches Präparat, das bei chronischem Husten unterstützend wirken kann.  
  • Homöopathische Mittel: Hier kommt es auf die genaue Ursache und Symptomatik an. Gängige Mittel sind z.B. Drosera bei trockenem Reizhusten oder Ipecacuanha bei feuchtem Husten.  

4. Hausmittel bei hustenden Pferden

Einige Hausmittel können zusätzlich helfen, den Husten zu lindern:  

  • Warmes Mash mit Leinsamen und Fenchel  
  • Zwiebelsirup oder Honig Tee mit Kräutern (in Maßen!)  
  • Inhalation mit Kochsalzlösung oder Kräuterzusätzen  

Hausmittel immer mit dem Tierarzt absprechen - besonders bei chronischem oder allergischem Husten. 

Vorbeugen: So schützt man sein Pferd langfristig  

Vorbeugen ist besser als Heilen - das gilt besonders für Atemwegserkrankungen beim Pferd. Hier die wichtigsten Maßnahmen:  

1. Haltung & Luftqualität  

Staubarme Einstreu wie Leinenstroh oder entstaubte Späne Tägliches Ausmisten, gute Belüftung im Stall Regelmäßiger Weidegang und möglichst viel Zeit an der frischen Luft  

2. Fütterung & Ergänzungsfutter  

Eine zentrale Rolle bei der Hustenprophylaxe spielt die Fütterung: Hygienisches, staubfreies Raufutter ist ein Muss. Gegebenenfalls Heu verdampfen oder anfeuchten!  

  • Schimmelbelastetes Stroh oder Heu vermeiden.  
  • Ergänzungsfuttermittel mit Kräutern, Schwarzkümmelöl, Eukalyptus, Thymian und Vitamin C stärken die Atemwege.  
  • Auch homöopathische Präparate oder Ergänzungsfutter aus der Apotheke können sinnvoll sein.  

3. Immunsystem stärken  

  • Ausreichend Bewegung  
  • Stressarme Umgebung  
  • Gute Mineralstoffversorgung  
  • Zusätze wie Echinacea oder Zink 

Fazit

Husten beim Pferd ist nicht nur ein Symptom - es ist ein Warnsignal. Mit der richtigen Kombination aus Diagnose, Behandlung und Vorbeugung kannst du deinem Pferd helfen, wieder frei zu atmen. Achte auf saubere Luft, gutes Futter, regelmäßige Bewegung und setze gezielt Hausmittel, Kräuter und Ergänzungsfuttermittel ein. So schützt Du Dein Pferd vor akuten und chronischen Atemwegserkrankungen wie RAO, COB oder allergischem Husten. 

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