Hufrolle Pferd

Hufrolle Pferd

February 10, 2025

Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung 

Die Hufrolle ist eine gefürchtete Erkrankung des Bewegungsapparates des Pferdes. Sie betrifft das Strahlbein, die umgebenden Schleimbeutel, Bänder und Sehnen im Hufbereich und kann langfristig zu chronischer Lahmheit führen. Besonders betroffen sind bestimmte Rassen wie das Quarter Horse, aber auch andere Sport- und Freizeitpferde.  

In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der Hufrolle. Außerdem gehen wir auf die richtige Fütterung und Ergänzungsfuttermittel ein, um dein Pferd bestmöglich zu unterstützen und einer Hufrollenerkrankung vorzubeugen. 

Was ist die Hufrolle?  

Die Hufrolle, auch Podotrochlose oder Hufrollensyndrom genannt, beschreibt eine schmerzhafte Veränderung im hinteren Bereich des Hufes. Betroffen ist vor allem das Strahlbein - ein kleines Knochengebilde, das als "Umlenkrolle" für die tiefe Beugesehne dient. Zusammen mit umliegenden Strukturen wie Schleimbeutel, Bändern und Gelenken bildet es die sogenannte Hufrolle.  

Durch Überlastung, genetische Faktoren oder Fehlstellungen des Hufes kann es zu Verschleißerscheinungen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen kommen, die zu Schmerzen und Lahmheiten führen. 

Ursachen der Hufrolle  

Die genauen Ursachen der Hufrolle sind vielfältig. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen:  

1. Überlastung und Fehlbelastung  

Eine der Hauptursachen ist eine dauerhafte Fehl- oder Überbelastung. Besonders betroffen sind Pferde, die viel auf harten Böden arbeiten oder eine ungünstige Hufstellung haben.  

2. Anatomische Veranlagung  

Einige Pferderassen, wie z.B. das Quarter Horse, neigen aufgrund ihrer Huf- und Beinstruktur eher zur Hufrolle. Auch Pferde mit steiler oder flacher Hufstellung sind anfälliger.  

3. Durchblutungsstörungen  

Eine schlechte Durchblutung im Hufbereich kann dazu führen, dass das Strahlbein nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Dies kann langfristig zu degenerativen Veränderungen führen.  

4. genetische Faktoren  

In manchen Zuchtlinien tritt die Erkrankung gehäuft auf. Eine genetische Veranlagung kann die Wahrscheinlichkeit der Hufrollenerkrankung erhöhen.  

5. Fehlender oder falscher Beschlag  

Ungeeigneter Hufbeschlag oder mangelnde Hufpflege können Fehlstellungen begünstigen und die Belastung des Hufes verstärken. 

Symptome der Hufrolle erkennen  

Eine Hufrolle entwickelt sich schleichend, weshalb die ersten Anzeichen oft nicht sofort als ernsthaftes Problem erkannt werden. Viele Pferdebesitzer bemerken zunächst nur eine leichte Unregelmäßigkeit im Gang oder eine vorübergehende Lahmheit, die sich nach einer Ruhephase wieder bessert. Doch gerade diese unspezifischen Anzeichen können ein frühes Warnsignal sein.  

Frühsymptome - erste Anzeichen einer Hufroll

  • Leichte Lahmheit - Besonders auf hartem Untergrund oder in Wendungen zeigen betroffene Pferde ein leicht unrundes Gangbild. Diese Lahmheit kann anfangs nur gelegentlich auftreten und nach etwas Bewegung wieder verschwinden.  
  • Verändertes Gangbild - Pferde mit beginnender Hufrolle treten oft kürzer und vorsichtiger, besonders mit den Vorderhufen. Manche Pferde belasten die Trachten vermehrt und vermeiden es, die Zehe stark abzuwinkeln.  
  • Taktfehler und Unregelmäßigkeiten - Gerade in der Bewegung unter dem Reiter zeigen sich feine Unregelmäßigkeiten, die auf eine beginnende Schmerzproblematik hinweisen können.  
  • Unspezifische Unlust bei der Arbeit - Manche Pferde werden plötzlich unwillig unter dem Reiter, verweigern das Springen oder zeigen ein allgemeines Unwohlsein, ohne dass eine eindeutige Lahmheit erkennbar ist.  
  • Rückenschmerzen und Verspannungen - Durch die veränderte Belastung der Hufe kann es zu einer ungleichmäßigen Muskelbeanspruchung kommen, was langfristig Verspannungen im Rücken oder sogar Stolpern begünstigt. 

Fortgeschrittene Symptome - deutlichere Anzeichen der Hufrolle  

Wenn die Erkrankung fortschreitet, nehmen auch die Symptome zu. Die Lahmheit wird nun meist deutlicher:  

  • Dauerhafte Lahmheit - Das Pferd lahmt nun deutlicher, oft auf einem Vorderbein stärker als auf dem anderen. Besonders nach längerer Belastung oder harter Arbeit fällt die Lahmheit stärker auf.  
  • Schmerzen bei Wendungen - Beim Longieren auf kleineren Kreisen oder bei engen Wendungen (z.B. in der Stallgasse) zeigt das Pferd vermehrt Lahmheit oder sogar Verweigerung.  
  • Starke Zehenschmerzen - Pferde mit fortgeschrittener Hufrolle neigen dazu, die Zehe weniger zu belasten und vermehrt auf den Trachten zu stehen. Dadurch wirkt das Gangbild oft „staksig“ und wenig flüssig.  
  • Probleme beim Hufegeben - Manche Pferde weigern sich, den betroffenen Huf zu heben oder zeigen Unruhe beim Ausschneiden, da die Belastung des gesunden Beines Schmerzen verursacht.  
  • Schonhaltung und Gewichtsverlagerung - Häufig stehen betroffene Pferde mit nach hinten herausgestellten Vorderbeinen, um den schmerzenden Huf zu entlasten. 

Symptome im Endstadium - wenn die Hufrolle chronisch wird  

Im Endstadium der Hufrolle sind die Schäden an den Hufstrukturen so weit fortgeschritten, dass eine deutliche Lahmheit auch in Ruhe auftritt. In diesem Stadium können sich viele Pferde ohne Schmerzmedikation nicht mehr schmerzfrei bewegen.  

  • Starke, dauerhafte Lahmheit - Das Pferd lahmt nun auch im Schritt, selbst auf weichem Untergrund. Die Lahmheit ist meist konstant vorhanden und verschwindet auch nach längerer Pause nicht.  
  • Unfähigkeit zu normaler Bewegung - Manche Pferde verweigern das Gehen oder zeigen starken Widerstand beim Führen.  
  • Röntgenbilder zeigen massive Veränderungen - In schweren Fällen zeigen Röntgenbilder deutlich sichtbare Schäden am Strahlbein, z.B. Zysten, Knochenauflösungen oder Veränderungen der Gelenkstruktur.  

Warum Früherkennung so wichtig ist  

Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser kann gegengesteuert werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und dein Pferd so lange wie möglich schmerzfrei zu halten.  

Tipp: Wenn du bemerkst, dass dein Pferd häufiger stolpert, kürzer tritt oder nach starker Belastung lahmt, solltest du es von einem Tierarzt untersuchen lassen - vor allem, wenn die Lahmheit immer wieder auftritt!  

Diagnose: Wie wird eine Hufrolle diagnostiziert?

Ein erfahrener Tierarzt kann die Diagnose anhand des Gangbildes, der klinischen Untersuchung und von Röntgenbildern stellen. In manchen Fällen sind zusätzlich spezielle Röntgenaufnahmen oder MRT-Untersuchungen notwendig, um Veränderungen am Strahlbein sichtbar zu machen.  

Behandlung der Hufrolle: Was hilft wirklich?  

Die Hufrolle ist nicht heilbar, aber es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, um das Pferd schmerzfrei zu halten und seine Lebensqualität zu verbessern.  

1. Hufbeschlag & Hufkorrektur  

  • Spezieller Hufbeschlag (z.B. Löffeleisen, Rocker-Shoes, Kunststoffbeschläge) zur Entlastung der Hufrolle  
  • Regelmäßige Hufkorrektur, um eine gleichmäßige Belastung zu ermöglichen  

2. Medikamente & Schmerzmittel  

  • Entzündungshemmende Medikamente können Schmerzen lindern  
  • Hyaluronsäure oder andere Präparate zur Unterstützung der Gelenke und Schleimbeutel  

3. Physiotherapie & Training  

  • Schonende Bewegung auf weichem Untergrund  
  • Cavaletti-Training zur Kräftigung der Muskulatur  
  • Barfußgehen für manche Pferde eine Alternative  

4. Fütterung & Ergänzungsfuttermittel  

Die richtige Fütterung spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Bewegungsapparates.  

  • Hochwertiges Mineralfutter mit Zink, Kupfer und Mangan für gesunde Hufe  
  • Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl) zur Unterstützung der Durchblutung  
  • Gelenkpräparate mit Glucosamin, Chondroitin und MSM zur Förderung der Sehnen- und Knorpelgesundheit  
  • Vitamin E und Selen zur Unterstützung der Muskulatur  

Kann ein Pferd mit Hufrolle noch geritten werden?  

Ob ein Pferd mit Hufrolle noch geritten werden kann, hängt vom Einzelfall ab. In frühen Stadien kann es mit angepasstem Training und geeignetem Beschlag noch geritten werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung sollte die Belastung reduziert werden - manchmal ist eine Umstellung auf leichte Bodenarbeit oder Spaziergänge die beste Lösung.  

Vorbeugung: So schützt man sein Pferd vor Hufrolle  

1. Richtiges Training & Belastung  

  • Abwechslungsreiches Training mit Pausen  
  • Weiche Böden bevorzugen, um harte Stöße zu vermeiden  

2. optimale Hufpflege & Beschlag  

  • Regelmäßige Hufkorrektur durch einen erfahrenen Hufschmied  
  • Passender Beschlag oder Barhufhaltung je nach Pferd  

3. gesunde Fütterung  

  • Hochwertiges Heu und artgerechtes Futter  
  • Ergänzungsfuttermittel wie Glucosamin, MSM, Omega-3 zur Unterstützung der Hufgesundheit  

Fazit: Was man über die Hufrolle wissen sollte  

Die Hufrolle ist eine ernste Erkrankung, die frühzeitig erkannt und richtig behandelt werden muss. Mit einer Kombination aus angepasstem Beschlag, gezieltem Training und richtiger Fütterung kann dein Pferd aber oft noch lange schmerzfrei leben.  

Hast du den Verdacht, dass dein Pferd erste Symptome zeigt? Dann lass es frühzeitig untersuchen - je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die Prognose.  

Tipp: Achte auf das Gangbild deines Pferdes und passe Training, Hufpflege und Fütterung individuell an, um die Hufgesundheit zu erhalten.   

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