Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Ein Griffelbeinbruch beim Pferd ist eine gefürchtete Verletzung, die oft mit Schwellungen, Lahmheit und einer langen Heilungsphase verbunden ist. Doch nicht immer ist ein Bruch dieser kleinen Knochen ein Grund zur Panik. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung einer Griffelbeinfraktur - und wie du dein Pferd mit gezielter Fütterung und Ergänzungsfuttermitteln optimal unterstützen kannst.
Was ist das Griffelbein und warum kann es brechen?
Das Pferdebein besitzt jeweils zwei Griffelbeine - dünne, längliche Knochen, die sich an der Rückseite des Röhrbeins befinden. Sie sind ein Überbleibsel der Evolution und haben keine tragende Funktion, sondern dienen der Unterstützung von Sehnen und Bändern.
Eine Griffelbeinfraktur kann in zwei Bereichen auftreten:
- Oben: Häufig schwerwiegender, da wichtige Bandstrukturen betroffen sein können.
- Unten: Diese Brüche sind meist unkomplizierter und heilen in der Regel gut.
Ursachen: Warum kommt es beim Pferd zu einer Griffelbeinfraktur?
Die Hauptursachen für einen Griffelbeinbruch sind:
- Tritte oder Stöße - vor allem beim Training oder auf der Weide durch andere Pferde.
- Überlastung - zum Beispiel durch intensives Training oder schlechte Bodenverhältnisse.
- Unfälle - zum Beispiel beim Springen oder auf unebenem Untergrund.
- Ermüdungsbrüche - können durch langfristige Fehlbelastung entstehen.
Manchmal bleibt die genaue Ursache unklar - vor allem, wenn keine äußeren Verletzungen sichtbar sind.
Erkennen der Symptome eines Griffelbeinbruchs beim Pferd
Ein Griffelbeinbruch beim Pferd kann sich unterschiedlich äußern, je nachdem, wie schwer die Verletzung ist und wo genau der Bruch liegt. Manche Pferde zeigen sofort deutliche Anzeichen, während andere nur minimale Symptome zeigen. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam zu sein und auch subtile Veränderungen im Verhalten oder in der Bewegung des Pferdes ernst zu nehmen.
Typische Symptome einer Griffelbeinfraktur
- Schwellung - Eine der ersten und auffälligsten Reaktionen des Körpers ist eine Schwellung im Bereich des Griffelbeins. Diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und entweder sofort oder erst einige Stunden nach der Verletzung auftreten. Die Schwellung ist häufig mit einer Erwärmung der betroffenen Stelle verbunden.
- Schmerzempfindlichkeit - Pferde mit einem Griffelbeinbruch sind an der betroffenen Stelle berührungsempfindlich. Beim Abtasten des Beines kann es sein, dass das Pferd das Bein wegzieht, sich unruhig verhält oder sogar schnappt, wenn der Druck auf den verletzten Bereich zu stark wird.
- Lahmheit - Die Lahmheit kann von kaum wahrnehmbar bis sehr stark sein.
- Bei komplizierten Brüchen (z.B. mit Beteiligung von Sehnen oder Bändern) zeigt das Pferd in der Regel eine deutliche Lahmheit.
- Bei einfachen, unteren Frakturen kann es vorkommen, dass das Pferd nicht lahmt, obwohl ein Bruch vorliegt. Dies kann zu einer Fehldiagnose führen, wenn der Verdacht auf eine schwerere Verletzung nicht sofort besteht.
- Verändertes Bewegungsverhalten - Auch wenn das Pferd nicht stark lahmt, kann sich sein Gangbild verändern. Es könnte vorsichtiger auftreten, kürzere Schritte machen oder sich insgesamt steifer bewegen. Dies ist besonders auffällig, wenn das Pferd nach längerer Boxenruhe aus der Bewegung kommt.
- Überwärmung des betroffenen Bereichs - Eine erhöhte Temperatur im Bereich des Griffelbeins ist ein Hinweis auf eine Entzündungsreaktion. Sie entsteht durch die erhöhte Durchblutung und ist ein natürlicher Prozess des Körpers, um die Heilung einzuleiten.
- Verstärktes Pulsieren in den Blutgefäßen - Manchmal kann ein verstärktes Pulsieren in den Arterien der betroffenen Gliedmaße gefühlt werden. Dies kann ein weiterer Hinweis auf eine Entzündungsreaktion und damit auf eine ernsthafte Verletzung sein.
Wichtig: Ein Griffelbeinbruch ist nicht immer sofort offensichtlich!
Manchmal bemerken Pferdebesitzer den Bruch erst nach einigen Tagen, wenn die Schwellung zunimmt oder das Pferd steifer wirkt. In anderen Fällen kommt es nur zu einer leichten Lahmheit, die vorübergehend auftritt und dann wieder verschwindet. Gerade das macht die Diagnose oft schwierig.
Tipp: Wenn dein Pferd eine Schwellung oder eine ungewöhnliche Schmerzreaktion am Griffelbein zeigt, solltest du es sicherheitshalber vom Tierarzt untersuchen lassen. Nur eine Röntgenaufnahme kann zweifelsfrei klären, ob es sich tatsächlich um einen Griffelbeinbruch handelt oder um eine andere Verletzung wie eine Prellung oder Sehnenreizung.
Je früher der Bruch erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen!
Diagnose: Wie erkennt der Tierarzt einen Griffelbeinbruch?
Die Diagnose wird vom Tierarzt gestellt:
- Abtasten: Schmerzreaktion und Schwellung können erste Hinweise sein.
- Röntgen: Damit wird der Bruch eindeutig sichtbar. Je nach Position sind mehrere Röntgenaufnahmen notwendig.
- Ultraschall: Sind Sehnen oder Bänder betroffen, kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.
Je nach Befund entscheidet der Tierarzt über die Behandlungsmöglichkeiten.
Behandlung des Griffelbeinbruchs beim Pferd
Die Therapie richtet sich nach Art und Lokalisation des Bruches.
Konservative Behandlung (ohne Operation)
- Ruhigstellung durch Boxenruhe für 6-8 Wochen
- Kühlung und entzündungshemmende Mittel zur Reduzierung der Schwellung
- Langsame Bewegung nach Heilung zur Vermeidung von Spätfolgen
Diese Methode wird häufig gewählt, wenn der Bruch stabil ist und keine Komplikationen zu erwarten sind.
Operation (chirurgische Behandlung)
In bestimmten Fällen kann eine Operation notwendig sein, insbesondere wenn:
- der Bruch kompliziert ist oder Splitter in der Nähe von Sehnen und Bändern liegen.
- der obere Bereich des Griffelbeins betroffen ist.
- die Heilung ohne Operation problematisch wäre.
Bei der Operation entfernt der Tierarzt eventuell lose Knochenteile. Die Prognose nach einer Operation ist oft gut, wenn keine Sehnen oder Bänder betroffen sind.
Einschläfern - ist das notwendig?
Ein Griffelbeinbruch ist kein Todesurteil. Die meisten Pferde erholen sich gut, vor allem wenn sie schnell und richtig behandelt werden. Nur in extremen Fällen, z.B. bei schwersten Komplikationen, kann eine Euthanasie in Betracht gezogen werden.
Vorbeugung: Wie kann man einem Griffelbeinbruch beim Pferd vorbeugen?
Training und Management
- Vermeide rutschige oder zu harte Böden beim Training.
- Sorge für ein gutes Aufwärmen und Abkühlen, um die Sehnenstruktur stabil zu halten.
- Achte darauf, dass dein Pferd nicht zu lange auf tiefen oder schweren Böden läuft.
Fütterung und Ergänzungsfuttermittel für gesunde Knochen
Eine optimale Nährstoffversorgung ist entscheidend für starke Knochen. Besonders wichtig sind:
- Calcium und Phosphor - für stabile Knochen. Auf das richtige Verhältnis achten (Ca:P = ca. 2:1).
- Magnesium und Zink - unterstützen die Knochenelastizität und die Heilung.
- Kollagen und Kieselsäure - für gesunde Sehnen und Bänder.
- Vitamin D - verbessert die Calciumaufnahme und stärkt den Knochenaufbau.
Empfohlene Ergänzungsfuttermittel
- Kräuter wie Teufelskralle und Ingwer - wirken entzündungshemmend.
- MSM (Methylsulfonylmethan) - unterstützt Gelenke und Knochen.
- Glucosamin und Chondroitin - halten Bänder und Sehnen gesund.
Fazit: Wie ist die Prognose bei einem Griffelbeinbruch?
Die Prognose ist in den meisten Fällen gut - vor allem bei frühzeitiger Erkennung und richtiger Behandlung. Pferde mit unproblematischen Frakturen können oft schon nach wenigen Wochen wieder ins Training zurückkehren.
Wichtig: Geduld ist gefragt! Auch wenn das Pferd nach acht Wochen wieder fit zu sein scheint, sollte die Belastung langsam gesteigert werden, um Spätfolgen zu vermeiden.
Mit der richtigen Fütterung, Pflege und einem guten Trainingsmanagement kannst du dein Pferd optimal unterstützen und sogar vorbeugen.
Dein Pferd lahmt nicht, aber du hast einen Verdacht? Dann rufe lieber einmal mehr den Tierarzt an und lass es röntgen - das erspart später mögliche Komplikationen.
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