Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Milben sind winzige Parasiten, die sich oft unbemerkt im Fell oder auf der Haut von Pferden ansiedeln und dort erhebliche Probleme verursachen können. Ein Milbenbefall ist nicht nur unangenehm für dein Pferd, sondern erfordert auch gezielte Maßnahmen, um die Parasiten schnell und effektiv zu bekämpfen. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung von Milben beim Pferd.
Ursachen für Milbenbefall beim Pferd
Milben beim Pferd können durch verschiedene Faktoren begünstigt werden:
- Geschwächtes Immunsystem: Pferde mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders anfällig. Dies kann durch Stress, Krankheiten oder falsche Ernährung verursacht werden.
- Haltung und Pflege: Schlecht gereinigte Stallungen oder mangelnde Fellpflege begünstigen die Vermehrung der Milben.
- Saisonale Einflüsse: Milbenbefall tritt vor allem im Herbst und Winter auf, da die Tiere mehr Zeit im Stall verbringen und das dichte Winterfell ideale Bedingungen für die Milben bietet.
- Ansteckung: Milben können von Pferd zu Pferd oder über gemeinsam genutzte Putzutensilien übertragen werden.
Symptome eines Milbenbefalls beim Pferd
Ein Milbenbefall beim Pferd äußert sich durch verschiedene, oft sehr charakteristische Symptome, die jedoch je nach Milbenart variieren können. Typische Symptome sind
- Starker Juckreiz
Das auffälligste Symptom eines Milbenbefalls ist starker Juckreiz. Das Pferd versucht, den Juckreiz zu lindern, indem es sich an Stallwänden, Bäumen oder Zäunen scheuert. Besonders betroffen sind oft die Beine, die Mähne, der Schweifansatz und manchmal auch der Kopf. Dieses ständige Scheuern kann schnell zu weiteren Hautproblemen führen.
- Scheuerstellen und Haarausfall
Durch das ständige Scheuern entstehen kahle Stellen im Fell, die vor allem an den betroffenen Körperstellen sichtbar werden. Häufig kommt es zu Haarausfall an den Beinen, in den Fesselbeugen (begünstigt bei Mauke) oder am Schweif.
- Hautveränderungen
Die Haut an den betroffenen Stellen reagiert gereizt. Folgende Veränderungen können auftreten:
- Rötung und Entzündung: Die Haut ist deutlich gereizt und zeigt gerötete, entzündete Stellen.
- Krustenbildung: Besonders bei Milben, die tief in die Haut eindringen (z.B. Grabmilben), bilden sich harte, dicke Krusten.
- Verdickung der Haut: Chronischer Milbenbefall kann zu einer so genannten Hyperkeratose führen, bei der sich die Haut verdickt.
- Wunden und Infektionen
Durch intensives Scheuern oder Kratzen können offene Wunden entstehen. Diese Wunden bieten wiederum eine ideale Angriffsfläche für bakterielle Infektionen, die den Zustand weiter verschlechtern. Typisch sind nässende oder eitrige Stellen, die durch Sekundärinfektionen wie Mauke kompliziert werden können.
- Unruhe und Verhaltensänderungen
Durch den ständigen Juckreiz wird das Pferd oft unruhig. Es ist nervöser als sonst, stampft häufig mit den Beinen oder schlägt mit dem Schweif. Manche Pferde reagieren sogar aggressiv, wenn man die betroffenen Stellen berührt.
- Symptome an den Beinen
Insbesondere bei der sogenannten Räudemilbe, die häufig die Beine befällt, treten folgende Symptome auf:
- Schwellungen an den Fesselgelenken oder Fesselbeugen.
- Verkrustungen, die sich nur schwer lösen lassen.
- Schmerzen beim Heben oder Reinigen der Hufe.
- kleine weiße Punkte oder Larven
Mit bloßem Auge sind Milben selten zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch manchmal kleine weiße Punkte oder bewegliche Larven auf der Haut oder im Fell entdecken. Diese treten vor allem an stark befallenen Stellen auf.
- Kaltblüter und Ponys besonders betroffen
Milbenbefall tritt häufiger bei bestimmten Pferderassen wie Kaltblütern, Ponys und Pferden mit stark behaarten Beinen (sog. Behang) auf. Der dichte Behang bietet den Milben ideale Vermehrungsbedingungen, so dass die Symptome besonders ausgeprägt sein können.
- Verschlechterung im Herbst und Winter
Die Symptome eines Milbenbefalls verschlimmern sich häufig in der kalten Jahreszeit, wenn das Pferd sein dichtes Winterfell trägt. Die Parasiten finden in der wärmeren und weniger belüfteten Haut ein ideales Umfeld, um sich auszubreiten.
Symptome nicht ignorieren!
Ein unbehandelter Milbenbefall kann schnell zu chronischen Hautproblemen und erheblichen Schmerzen führen. Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, sollten Sie nicht zögern, eine tierärztliche Diagnose einzuholen und mit der Behandlung zu beginnen.
Behandlung von Milbenbefall beim Pferd
Ein Milbenbefall sollte immer ernst genommen werden. Die folgenden Maßnahmen helfen, die Milben wirksam zu bekämpfen:
- tierärztliche Diagnose und Behandlung
Der Tierarzt kann anhand von Hautproben feststellen, welche Milbenart (z.B. Grabmilben, Haarbalgmilben) vorliegt und gezielt behandeln. Häufig verschriebene Medikamente sind:
- Ivermectin: Ein wirksames Mittel gegen viele Milbenarten, das meist oral oder als Injektion verabreicht wird.
- Sebacil oder Butox: Diese Mittel werden häufig äußerlich angewendet.
- Pflegeprodukte gegen Milben
- Milbensprays und -shampoos: Spezielle Produkte wie Schwefelshampoo können bei der äußerlichen Reinigung und Behandlung helfen. Schwefelblüte (Schwefelpulver) wird traditionell bei Hautproblemen eingesetzt.
- Ballistol: Das bewährte Allzwecköl kann zur Pflege irritierter Haut beitragen und wirkt leicht desinfizierend.
- Apfelessig: In Wasser verdünnt eignet sich Apfelessig als natürliches Hausmittel, um die Haut zu beruhigen und Parasiten zu vertreiben.
- Hygiene im Stall und bei den Pferdeutensilien
Alle Decken, Putzzeug und Sättel gründlich reinigen und desinfizieren.
Den Stall regelmäßig ausmisten und sauber halten.
- Hausmittel bei Milbenbefall
Neben Apfelessig und Ballistol gibt es weitere Hausmittel:
- Lebermoosextrakt: wirkt antimykotisch und kann unterstützend auf die Haut aufgetragen werden.
- Schwefelblüte: Direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen, lindert sie den Juckreiz und hilft, die Milben abzutöten.
Vorbeugung von Milben beim Pferd
Vorbeugen ist der beste Schutz vor Milben. Hier einige Tipps:
- das Immunsystem stärken
Ein gesundes Immunsystem ist der beste Schutz vor Parasiten. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futter und sinnvollen Ergänzungsmitteln, z.B:
- Zink und Biotin: Fördern die Gesundheit der Haut.
- Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen das Fellwachstum und die Abwehrkräfte.
- Kräuterzusätze: Brennnessel, Hagebutte oder Schwarzkümmelöl stärken das Immunsystem und wirken entzündungshemmend.
- Regelmäßige Fellpflege
Verwenden Sie milbenabweisende Produkte wie spezielle Sprays.
Kämme das Fell regelmäßig, besonders in der Übergangszeit, um abgestorbene Hautschuppen zu entfernen.
- Saubere Umgebung
Hygiene ist das A und O:
Reinige den Stall regelmäßig.
Decken und Putzzeug regelmäßig waschen.
- Beobachte dein Pferd
Regelmäßige Kontrollen von Fell und Haut helfen, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Achte besonders auf die Beine und dicht behaarte Stellen.
Fazit
Milbenbefall beim Pferd kann lästig und schmerzhaft sein, ist aber mit der richtigen Behandlung gut in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, frühzeitig zu handeln und die Symptome ernst zu nehmen. Mit guter Hygiene, regelmäßiger Fellpflege und einer ausgewogenen Fütterung kann man einem Milbenbefall effektiv vorbeugen. Und sollte es doch einmal zu einem Befall kommen, helfen gezielte Maßnahmen und Hausmittel wie Ballistol, Apfelessig oder Schwefelprodukte, um deinem Pferd schnell wieder Linderung zu verschaffen.
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